Veranstaltungswirtschaft fordert bessere Rahmenbedingungen 

Das Forum Veranstaltungswirtschaft

Das Forum Veranstaltungswirtschaft hat Vertreterinnen und Vertreter des Deutschen Bundestages zu einem Parlamentarischen Frühstück eingeladen. Im Mittelpunkt stand die Zukunft des Messe- und Kongressstandorts Deutschland. Die Verbände fordern bessere Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie, schnellere Visa-Verfahren, stärkere Investitionsanreize und einen festen politischen Ansprechpartner für die Branche.

Messe- und Kongressstandort unter Druck

Messen und Kongresse sind wichtige Plattformen für Innovation, Wissenstransfer, internationale Vernetzung und wirtschaftliche Entwicklung. Deutschland zählt international zu den bedeutenden Messe- und Kongressstandorten, steht jedoch zunehmend unter Wettbewerbsdruck.

Das Forum Veranstaltungswirtschaft verweist auf steigende Energie- und Personalkosten, bürokratische Hürden, langwierige Visa-Verfahren und fehlende Investitionsanreize. Diese Faktoren erschweren es Veranstaltern, internationale Formate langfristig in Deutschland zu halten oder weiterzuentwickeln.

Forderungen an die Bundespolitik

Mit einem gemeinsamen Forderungskatalog appelliert das Forum Veranstaltungswirtschaft an die Bundespolitik. Im Mittelpunkt stehen drei Handlungsfelder: die Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit, die Schaffung eines zentralen politischen Ansprechpartners sowie bessere Standortbedingungen mit gezielter Förderung von Innovation und Investitionen.

Ziel ist es, Deutschland als Messe- und Kongressstandort langfristig wettbewerbsfähig zu halten und die Bedeutung der Branche stärker auf der politischen Agenda zu verankern.

Björn Sänger, Vorstandsvorsitzender des Verbands der Veranstaltungsorganisatoren: „Messen und Kongresse bringen Menschen, Märkte und Ideen zusammen. Damit Deutschland seine internationale Spitzenposition behaupten kann, benötigt unsere Branche wieder verlässliche und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Politik muss jetzt die Voraussetzungen schaffen, damit Veranstalter auch künftig in Deutschland investieren und internationale Veranstaltungen hier stattfinden können.“

Messewirtschaft als Standortfaktor

Aus Sicht des Fachverbands Messen und Ausstellungen ist die Messewirtschaft eng mit Export, Innovation und Mittelstand verbunden. Eine Schwächung des Standorts hätte demnach Auswirkungen über die Veranstaltungsbranche hinaus.

Robert Ninnemann, Vorstand des Fachverbands Messen und Ausstellungen: „Die Messewirtschaft ist ein zentraler Motor für Export, Innovation und Mittelstand. Wenn internationale Veranstaltungen künftig verstärkt in andere Länder abwandern, verliert Deutschland weit mehr als nur Besucherzahlen – es verliert wirtschaftliche Dynamik. Deshalb benötigen wir entschlossene Maßnahmen zur Stärkung des Standorts.“

Veranstaltungszentren als Infrastruktur

Auch Veranstaltungszentren sieht das Forum als Teil der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Infrastruktur. Sie dienen als Orte für Begegnung, Innovation, Wertschöpfung und internationalen Austausch.

René Tumler, Geschäftsführer des Europäischen Verbands der Veranstaltungs-Centren: „Leistungsfähige Veranstaltungszentren sind ein wesentlicher Bestandteil der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Infrastruktur unseres Landes. Damit sie ihre Rolle als Orte für Innovation, Begegnung und Wertschöpfung weiterhin erfüllen können, benötigen sie verlässliche politische Rahmenbedingungen, moderne Infrastruktur und weniger bürokratische Belastungen. Die Veranstaltungswirtschaft verdient endlich einen festen Platz auf der politischen Agenda.“

Internationaler Wettbewerb um Leitveranstaltungen

Beim Parlamentarischen Frühstück wurde auch die Perspektive international tätiger Messeveranstalter eingebunden. Im Fokus stand die Frage, wie Deutschland seine Position im Wettbewerb um große Veranstaltungsformate sichern kann.

Michael Köhler, Geschäftsführer RX Deutschland: „Als global tätiger Messeveranstalter sehen wir täglich, wie stark der internationale Wettbewerb um führende Veranstaltungsformate geworden ist. Deutschland hat mit seiner industriellen Stärke, Innovationskraft und leistungsfähigen Messeplätzen beste Voraussetzungen. Doch diese Position muss aktiv gesichert werden. Damit internationale Leitveranstaltungen auch in Deutschland künftig weiter wachsen können, braucht es wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen – für die ausstellende Wirtschaft wie für die Besucher, die aus der ganzen Welt zu unseren Veranstaltungen reisen.“

Dialog mit der Politik

Das Forum Veranstaltungswirtschaft sieht im kontinuierlichen Austausch zwischen Politik und Branche eine Voraussetzung, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu sichern. Beim Parlamentarischen Frühstück sollten konkrete Lösungsansätze mit politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern diskutiert werden.

Gleichzeitig ging es darum, die Veranstaltungswirtschaft als Zukunftsbranche stärker sichtbar zu machen. Die Branche verweist auf ihre Rolle für Wertschöpfung, Innovation, internationale Beziehungen und die Entwicklung von Wirtschaftsstandorten.

Allianz der Veranstaltungswirtschaft

Das Forum Veranstaltungswirtschaft ist ein Zusammenschluss maßgeblicher Verbände des Wirtschaftszweigs. Dazu zählen BDKV, EVVC, FAMA, ISDV, LIVEKOMM und VDVO.

Die Allianz bündelt Netzwerke, Kompetenzen und Ressourcen für die politische Interessenvertretung. Sie versteht sich nicht als Dachverband. Die Partner vertreten ihre spezifischen Mitgliederinteressen weiterhin eigenständig. Gleichzeitig soll der gemeinsame Auftritt die Wahrnehmung der Veranstaltungswirtschaft in Politik und Öffentlichkeit erhöhen.