Boris Jacob frischt „Les Années 60“ mit ELATION auf

Musical „Les Années 60“ am Théâtre de la Tour Eiffel (Foto: © Luca Giuri)

Für die Spielzeit 2025/2026 des Musicals „Les Années 60“ am Théâtre de la Tour Eiffel in Paris hat Boris Jacob Licht und Video neu gestaltet. Der Lichtdesigner und Licht- und Videoprogrammierer setzt dabei ausschließlich auf ELATION-Scheinwerfer: Fuze Profile, KL Profile FC, KL Fresnel 8 FC und Rayzor 360Z. Ziel war ein zeitgemäßer Blick auf die 1960er Jahre statt einer bloßen Rekonstruktion. Jacobs Design ist für die Excellence in Live Design Awards 2026 in der Kategorie Theaterproduktion nominiert.

Eine bestehende Show neu denken

„Les Années 60“ lässt die Musik und den Zeitgeist der 1960er Jahre mit Gesang und Tanz wieder aufleben, von der Hippie-Bewegung bis zum rebellischen Lebensgefühl der Ära. Das Licht muss deshalb zwischen sehr unterschiedlichen Musikstilen und Stimmungen wechseln und trotzdem eine einheitliche Bildsprache behalten. Jacob arbeitete dafür eng mit der Regie sowie mit den Verantwortlichen für Musik und Video zusammen.

Boris Jacob beschreibt seinen Ansatz: „Für mich ist die Beleuchtung eine Möglichkeit, eine Geschichte zu erzählen, Musik zum Leben zu erwecken und Emotionen zu vermitteln. Mit ‚Les Années 60‘ wollte ich den Geist, die Farben und die Energie der 1960er Jahre durch einen zeitgemäßen, dynamischen visuellen Stil einfangen, der die Darsteller unterstützt und die Musik unterstreicht, ohne die Vergangenheit einfach nur nachzubilden.“

Die größte Herausforderung bestand darin, eine laufende Produktion zu erneuern, ohne ihre Identität zu verlieren. Jacob tauschte nicht nur das Equipment aus, sondern überarbeitete den gesamten visuellen Ansatz. Die Show ist nun als Reise durch verschiedene musikalische Welten angelegt, jede mit eigener Atmosphäre, Farbpalette, Bewegung und eigenem Rhythmus.

Licht und LED-Video im Gleichgewicht

Auch die modernisierte LED-Videoumgebung stellte Anforderungen. Die neuen Inhalte sind Teil des Bühnenbilds und keine bloße Kulisse. Wegen ihrer Helligkeit musste Jacob genau abstimmen, wie sich die Darsteller vom Bildschirm abheben, ohne dass Licht und Video miteinander konkurrieren. Statt auf mehr Intensität setzte er auf Kontrast, Lichtrichtung, Farbe, Ausschnitt und Timing. So können sich Licht und Video je nach Szene ergänzen oder abwechselnd in den Vordergrund treten.

Für Boris Jacob sind Licht und Video zwei Sprachen eines Systems: „Ich habe besonders auf die Beziehung zwischen Beleuchtung und Video geachtet. Ich betrachte sie nicht als zwei unabhängige Elemente, sondern als zwei visuelle Sprachen, die sich ergänzen und aufeinander reagieren sollten. Mein Ziel ist es, dass Bilder, Farben, Bewegung und Licht auf natürliche Weise um die Darsteller herum zusammenkommen, ohne dabei jemals das Wesentliche aus den Augen zu verlieren: die Musik und die Emotionen, die sie vermittelt.“

Die Videozuspielung läuft über einen ArKaos MediaMaster Pro im Theatermodus. Damit konnte Jacob die überarbeiteten Inhalte überwachen und sicher ins Gesamtkonzept einbinden.

Vier Scheinwerfertypen für eine kleine Bühne

Das Theater ist kompakt. Die Lichtanlage musste deshalb platzsparend sein und dennoch alles abdecken, von der flächigen Bühnenausleuchtung bis zu präzisen Akzenten und dem Licht auf einzelne Darsteller.

Die kompakten LED-Profiler Fuze Profile formen das Licht auf der Bühne und heben Darsteller oder szenische Elemente hervor.

Über den Fuze Profile sagt Boris Jacob: „Trotz ihrer kompakten Größe lieferten sie die für die Produktion erforderliche Lichtleistung und Lichtqualität. Ihre Farbwiedergabe und Konsistenz waren entscheidend für die Schaffung unterschiedlicher Stimmungen während der gesamten Show. Das präzise Ausleuchtungssystem ermöglichte es mir, das Licht genau zu formen und bestimmte Bereiche der Bühne oder szenische Elemente hervorzuheben. Das Original-Gobo-Set hat bei dieser Show gut funktioniert.“

Für das allgemeine Frontlicht, vor allem bei größeren Ensembles auf der ganzen Bühne, setzt Jacob den KL Fresnel 8 FC ein.

Boris Jacob lobt vor allem die Farbe: „Die Farbqualität ist fantastisch! Ich achte sehr auf Pastelltöne und Farbtemperaturkorrekturen, und der KL Fresnel 8 FC ist dafür perfekt geeignet.“

Der KL Profile FC übernimmt das gezielte Licht auf einzelne Darsteller. Er hält das Frontlichtsystem unauffällig und gibt Jacob auf engem Raum die Kontrolle über das Bühnenbild.

RGBMA und 2.400 bis 8.500 K

Fuze Profile, KL Profile FC und KL Fresnel 8 FC basieren auf der FullSpectrum-Plattform von ELATION mit RGBMA-LED-Modulen. Sie erzeugen ein breites Spektrum an Weißtönen, Hauttönen, Pastellen und gesättigten Farben, bei hohem CRI und einer Farbtemperatur von 2.400 bis 8.500 K. Der KL Fresnel 8 FC bietet zusätzlich ColorTuning, um Lichtleistung und Farbtreue gegeneinander abzuwägen. Mit FixtureBalancing lässt sich die Farbkonsistenz zwischen kompatiblen Scheinwerfern angleichen.

Seine Arbeitsweise fasst Boris Jacob so zusammen: „Ich lege besonderen Wert auf Lichtqualität, Farbreichtum und die Präzision der Scheinwerfer, denn diese Details ermöglichen es mir, meine Entscheidungen zu verfeinern und den von mir vorgestellten Stimmungen ihre volle Wirkung zu verleihen. Ich arbeite gerne mit Kontrasten, mit Farben, die sich im Takt der Musik verändern, und mit dem Übergang von subtilen Stimmungen zu kraftvolleren und dynamischeren Szenen. Die ELATION-Scheinwerfer haben mir große kreative Freiheit gegeben, diesen Ansatz zum Leben zu erwecken.“

Rayzor 360Z für Bewegung

Für bewegte Wash- und Beam-Effekte wählte Jacob den Rayzor 360Z. Mit dem großen Zoombereich kann er zwischen breiter Bühnenabdeckung und engen Strahlen auf einzelne Bereiche oder Details wechseln.

Boris Jacob erklärt die Wahl: „Ich mag dieses Gerät sehr, weil es sehr kompakt ist und sich daher auch auf engstem Raum aufstellen lässt. Außerdem ist es schnell bei Schwenk-, Neige- und Zoomvorgängen. Auch die satten Farben sind interessant, was für die verschiedenen Musiksequenzen entscheidend war.“