Die Schweizer Band HECHT trat im Zürcher Hallenstadion mit einer visuellen Inszenierung auf, die Live-Kameraaufnahmen, Echtzeit-Notch-Effekte und programmierte Inhalte auf einer großflächigen LED-Leinwand kombinierte. Für die Umsetzung kamen Hippotizer-Medienserver von Green Hippo zum Einsatz, mit denen Video ins Zentrum des Live-Erlebnisses rückte.
Video als reaktives System statt starre Kulisse
Das visuelle Konzept stammt von Roger Staub, Creative Director bei Leap of Faith, der Licht, Video und den Bandauftritt zu einer dynamischen Gesamtumgebung verband. Anstatt Video als starre Kulisse zu nutzen, war das System darauf ausgelegt, auf das Geschehen auf der Bühne zu reagieren, sodass das Visual-Team das Live-Bild manipulieren und in Echtzeit auf die Band reagieren konnte.
Roger Staub, Creative Director bei Leap of Faith, erklärt seine Faszination für die technische Seite einer Show: „Ich finde den technischen Aspekt einer Show so spannend, weil er die Grundlage für die kreativen, musikalischen und künstlerischen Elemente bildet. Letztendlich können wir nur das umsetzen, was technisch machbar ist. Genau deshalb fasziniert es mich, mit moderner Technologie die Grenzen des Möglichen immer weiter zu verschieben.“
Vier Kameras und großflächige LED-Technik
Ein wesentlicher Bestandteil der Produktion war der umfangreiche Einsatz von Live-Kameraaufnahmen. Vier bediente Kameras sowie mehrere fest installierte Kameras hielten das Geschehen fest, das Material wurde in das visuelle System integriert und mit Notch-Effekten in Echtzeit veredelt.
Auf der Bühne bot eine 16 mal 7 Meter große LED-Kulisse eine Leinwand mit einer Auflösung von 2048 mal 896 Pixeln, zusammengesetzt aus 224 INFiLED AR7.8 MK2. Zwei zusätzliche 4 mal 7 Meter große LED-IMAG-Bildschirme aus jeweils 56 AR7.8-Panels erweiterten das visuelle Erlebnis im gesamten Hallenstadion.
HECHT im Zürcher Hallenstadion (Foto: © menzi ebz)Hippotizer-Systeme von menzi ebz
Hinter dem System standen zwei Hippotizer-Medienserver in einer Haupt- und Backup-Konfiguration, wobei Barco S3-Systeme die Umschaltung zwischen beiden übernahmen. Geliefert wurden die Hippotizer-Systeme von menzi ebz, dem offiziellen Schweizer Vertriebspartner von Green Hippo, Produktspezialist Michael Kuhn leistete den Netzwerk- und technischen Support.
Kuhn hat im Laufe der Jahre bei mehreren HECHT-Produktionen mitgearbeitet und dabei geholfen, die Beziehung zwischen dem Produktionsteam der Band und menzi ebz aufzubauen. Für diese Show waren die technischen Anforderungen besonders hoch, da die Produktion stark auf Live-Videoverarbeitung und Echtzeit-Effekte angewiesen war.
Roger Staub ergänzt zur Wahl des Medienservers: „Da wir uns bei dieser Produktion stark auf Live-Kamerabilder stützen und sowohl Notch als auch Echtzeit-Effekte einsetzen, benötigten wir einen Medienserver mit enormer Rechenleistung, um die Latenz so gering wie möglich zu halten.“
Cue-Listen mit Live-Override
Der Workflow kombinierte vorprogrammierte visuelle Inhalte in Cue-Listen mit Live-Kamerabildern und Echtzeit-Bearbeitung. Mithilfe von Hippotizer und ZooKeeper konnte das Team Cues und dynamische Hintergründe auslösen, Farben anpassen und Effekte anwenden, behielt dabei jedoch die Möglichkeit, die programmierten Inhalte jederzeit zu überschreiben, wenn es die Darbietung erforderte.
Diese Flexibilität war besonders wichtig für HECHTs spontane Interaktionen auf der Bühne. Mehrere Schlüsselmomente der Show beruhten vollständig auf der Live-Energie der Band, das Visual-Team reagierte dabei unmittelbar auf das Bühnengeschehen, anstatt einer vorgegebenen Abfolge zu folgen. Für Staub ist diese Reaktionsfähigkeit zentral für die Rolle, die Technologie in einer Live-Show spielen kann.
Roger Staub zieht ein persönliches Fazit zur Show: „Ich bin äußerst zufrieden mit der gesamten Show. Die Band ist einfach großartig. Man spürt buchstäblich ihre Energie und die Welle der Begeisterung, auf der sie auf der Bühne reiten“, sagt er. „Für leidenschaftliche Showmacher geht es nicht nur darum, Musik zu spielen: Unser Ziel ist es, die Performance durch Technologie so zu unterstützen, dass ein unvergessliches Gesamterlebnis für das Publikum entsteht.“