SEND Sound setzt KLANG bei eSport-Turnieren ein

SK Gaming-Event auf der Gamescom in Köln

Das niederländische Tontechnikunternehmen SEND Sound nutzt sein KLANG:vokal+-System nicht nur für immersive In-Ear-Mixes bei Musikproduktionen, sondern auch im eSport. Bei der Gamescom in Köln entwickelte das Unternehmen für SK Gaming eine Audiolösung, die Spielsound, Teamkommunikation sowie weißes und rosa Rauschen räumlich voneinander trennt. Dadurch konnte auf die bislang eingesetzte Kombination mehrerer Kopfhörer verzichtet werden.

SEND Sound wurde vor zwei Jahren von Sander Holmer und David Huybens gegründet. Die Anschaffung des KLANG:vokal+-Systems erfolgte ursprünglich für musikalische Anwendungen. Eine Produktion mit zwei Schlagzeugern und einem Sänger mit umfangreichen Hallanteilen hatte die Grenzen eines klassischen Stereomixes aufgezeigt.

Vom In-Ear-Monitoring zum eSport

Mit KLANG konnte Huybens die Instrumente und Stimmen räumlich verteilen und dadurch mehr Platz innerhalb des In-Ear-Mixes schaffen. Diese Erfahrungen führten zu einer weiteren Anwendung, als SEND Sound für SK Gaming auf der Gamescom in Köln tätig war.

Bei eSport-Turnieren müssen die Spieler akustisch von Informationen abgeschirmt werden, die ihnen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen könnten. Dazu gehören beispielsweise Kommentare, Beschallungssignale und Publikumsreaktionen.

Bisher wurde dafür unter anderem mit mehreren gleichzeitig getragenen Kopfhörern gearbeitet. Während ein System der Kommunikation innerhalb des Teams dient, wird über ein weiteres breitbandiges Rauschen wiedergegeben, um Außengeräusche zu maskieren. Neben dem Tragekomfort können dabei auch die erforderlichen Wiedergabepegel problematisch werden.

Weißes und rosa Rauschen im KLANG-Raum

Holmer nutzte die immersive Klangverteilung, um die verschiedenen Audiosignale räumlich voneinander zu trennen. Weißes und rosa Rauschen wurden um die Spieler herum positioniert, während Spielsound und wichtige Kommunikationssignale definierte Positionen erhielten.

„Wir konnten in KLANG Rauschgeneratoren platzieren, um das rosa und das weiße Rauschen zu erzeugen“, erklärt Sander Holmer, Mitgründer von SEND Sound. „Wir konnten die Höhe dieser Klangobjekte anpassen, um die Trennung zu verbessern, und platzierten dann den Spielton genau in der Mitte des Stereofeldes.“

Durch die räumliche Trennung konnten die Spieler die unterschiedlichen Signalquellen besser unterscheiden. Gleichzeitig ließ sich die Maskierung der Außengeräusche realisieren, ohne dafür die Wiedergabelautstärke entsprechend stark erhöhen zu müssen.

KLANG:kontroller für jeden Spieler

Jeder Spieler erhielt einen KLANG:kontroller und konnte darüber die Lautstärke der eigenen Stimme sowie die Stimmen seiner Teamkollegen anpassen.

Die Mikrofone wurden direkt mit einer Midas HD96 verbunden und über Dante an das KLANG-System weitergeleitet. Die Infrastruktur stellte gleichzeitig die benötigten Signale für Übertragung und Twitch-Feeds bereit.

Für die Spieler bedeutete die Konfiguration, dass nur noch ein Kopfhörerpaar getragen werden musste. Gleichzeitig blieb die individuelle Kontrolle über die für das Spiel relevanten Audiosignale erhalten.

Immersive Mixes auch für Musiker

SEND Sound setzt KLANG weiterhin für klassische In-Ear-Anwendungen ein. Huybens verweist unter anderem auf eine Produktion mit zwei Schlagzeugern, bei der DPA-Mikrofone eingesetzt wurden. Die Overheads wurden im KLANG-Raum weit außen positioniert, um für die Musiker eine räumliche Abbildung ihrer Schlagzeuge zu erzeugen.

„Sobald sie einen KLANG-Mix ausprobiert haben, finden sie immer, dass es der am besten klingende In-Ear-Mix ist, den sie je gehört haben“, sagt David Huybens, Mitgründer von SEND Sound.

Für SEND Sound ermöglicht das KLANG:vokal+-System damit zwei unterschiedliche Einsatzbereiche: immersive In-Ear-Mischungen bei Musikproduktionen und räumlich getrennte Audioinformationen für eSport-Anwendungen.