Die Asien-Tournee von Charlie und die Schokoladenfabrik setzt auf LED-Technik von INFiLED. Im Zentrum des Systems steht die AR-Serie, die für die internationale Produktion als visuelle Grundlage neu gedacht wurde und große Bildwelten ebenso unterstützt wie präzise, erzählerische Übergänge.
Neue Bildsprache für die internationale Tournee
Roald Dahls „Charlie und die Schokoladenfabrik“ ist seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der Popkultur. Die von Matt Lenz inszenierte und von Broadway International Group präsentierte Asien-Tournee bringt die Produktion unter anderem nach Shanghai, Peking, Taipeh, Singapur, Hongkong, Manila und Seoul.
Matt Lenz: „Es ist ein seltenes Geschenk, zu einem so geliebten und vertrauten Projekt wie diesem zurückkehren zu können und die Gelegenheit zu erhalten, es neu zu gestalten. Ich wollte, dass diese Inszenierung noch magischer und visuell ansprechender wird als je zuvor. Ich wollte, dass die Show, genau wie Willys Fabrik, an jeder Ecke überrascht und das Publikum auf eine Reise der Fantasie mitnimmt.“
Für die Tournee wurde die visuelle Sprache der Show grundlegend neu konzipiert. Das Konzept richtet sich vollständig auf die LED-Panels der AR-Serie von INFiLED aus.
Weg von Projektion und 9-mm-Strukturen
Frühere Versionen der Inszenierung arbeiteten stark mit Projektionsmapping und LED-Wänden mit 9 mm Pixelabstand. Diese Technik prägte die Ästhetik der Show, setzte dem Design aber zugleich enge Grenzen. Mit Blick auf die Bildgestaltung erwies sich die begrenzte Auflösung als Nachteil.
Jeff Sugg, Video- und Projektionsdesigner: „Die Projektion wurde genutzt, um die verschiedenen Räume der Schokoladenfabrik durch viel Schattenarbeit und feine Akzente im Bühnenbild voneinander abzugrenzen. Die Ästhetik war durch den 9-mm-Pitch der Wände begrenzt. Daher war es unerlässlich, dass der Inhalt nicht auf Farbverläufe oder weiche Kanten bei den Überblendungen und der Designstruktur setzte.“
Für die weltweite Tournee verfolgte das Kreativteam einen filmischeren Ansatz. Dazu gehören neben Jeff Sugg auch der Videosystemdesigner Mogzi sowie Stage Sound Services aus Cardiff als leitender Integrator.
Tourtaugliches System für wechselnde Spielorte
Die Produktion ist als geschlossene Theaterwelt für sehr unterschiedliche Veranstaltungsorte ausgelegt.
Drew Cipollone, Produktionsbühnenmanager und Hausregisseur bei Broadway Asia: „Die Tour ist als vollständig in sich geschlossene Theaterwelt konzipiert. Sie muss in der Lage sein, an völlig unterschiedlichen Veranstaltungsorten zu landen, ohne dabei ihre Magie oder ihren Zusammenhalt zu verlieren.“
Zum Einsatz kommen 136 Panels der INFiLED AR-Serie. Sie bilden eine 7,5 x 6 Meter große LED-Hauptrückwand sowie zwei automatisierte Tracking-Slider mit jeweils 2,5 x 6 Metern. Gesteuert wird das System über Tessera SX40-Prozessoren und Tessera XD-Datenverteilungseinheiten von Brompton Technology.
Die INFiLED AR-Serie, inzwischen auf ARmk2 aktualisiert, wurde wegen ihres Pixelabstands von 2,9 mm, des geringen Gewichts und des flexiblen Installationssystems gewählt. Die Panels lassen sich hoch stapeln, bis zu 10 Grad krümmen und sowohl von vorne als auch von hinten warten.
Anforderungen aus Design und Betrieb
Für das Videodesign standen Bildqualität, Schwarzwert, Gewicht und flexible Montage im Mittelpunkt.
Jeff Sugg: „Als Videodesigner sind meine Hauptanliegen bei LED-Wandprodukten eine große Farbtiefe, der Betrachtungswinkel, das Gewicht, Überblendungen und Farbverläufe sowie eine anpassungsfähige Installation. Die Panels müssen für diese Produktion zudem nicht reflektierend sein, um Schwarzwerte zu betonen und auf einer dunklen Bühne zu verschwinden. Alles in allem ist es entscheidend, LED-Panels mit höherer Auflösung und eine hochwertige Verarbeitung zu erhalten, um dies zu erreichen.“
Die AR-Serie deckt diese Anforderungen mit feinem Pixelabstand, hoher Farbtiefe und reflexionsarmer Oberfläche ab. Damit sind weiche Übergänge, detailreiche Texturen und tiefe Schwarztöne möglich. Auch bei schräg eingebauten Bühnenelementen bleibt die Bildqualität durch große Betrachtungswinkel erhalten.
Video als Teil des Storytellings
Für Matt Lenz war die Flexibilität der LED-Flächen ein wesentlicher Faktor: „Sie ermöglichten es uns, die Übergänge sehr lebendig und fließend zu gestalten. Das Stück erfordert, dass sich die Figuren an vielen verschiedenen Orten befinden und schnell dorthin gelangen, daher war das Videoelement ein echter Lebensretter.“
Auch aus Produktionssicht musste das System sowohl künstlerisch als auch logistisch funktionieren.
Drew Cipollone: „Kreativ gesehen bestand die Herausforderung darin, dass die Panels eine dynamische, filmische und bisweilen surreale Erzählweise unterstützen mussten, ohne die zentrale Handlung auf der Bühne zu überlagern. Praktisch gesehen mussten sie tourtauglich sein. Sie mussten zuverlässig, flexibel und effizient in der Installation und Wartung sein. Das INFiLED AR2.9 schafft diese Balance und erfüllt sowohl die künstlerische Vision als auch die betrieblichen Anforderungen dieser internationalen Tournee. Zwar geben die Produzenten von Broadway Asia die endgültige Freigabe, doch kamen auch Beiträge vom Kreativteam, darunter vom Bühnenbildner, vom Lichtdesigner, vom Video-/Projektionsdesign-Team und vom Produktionsmanagement.“
Belastbar für den Touralltag
Mogzi übernahm als Systemdesigner eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der technischen Struktur. Stage Sound Services lieferte das Tournee-System für häufige internationale Transporte.
Drew Cipollone: „Die Panels sind äußerst widerstandsfähig und bewältigen häufige Auf- und Abbauten sowie Langstreckentransporte mühelos. Auf- und Abbau erfolgen effizient, was dazu beiträgt, den Zeitplan der Show einzuhalten.“
Positives Feedback aus allen Bereichen
Für Matt Lenz hat sich das LED-System über die technische Ebene hinaus als aktives Erzählwerkzeug etabliert: „Ich arbeite wirklich sehr gerne mit Video und Projektion, aber es passiert leicht, dass das Video die Aufmerksamkeit auf sich zieht und das Geschehen überlagert. Jeff Sugg ist ein Meister darin, genau das richtige Maß an Interesse und Bewegung zu erzeugen. Er weiß, dass es auf die Balance ankommt. Alles auf der Bühne kann seinen Moment und seinen Platz haben, um zu glänzen, aber letztendlich ist es das Ziel, dass alle Abteilungen und Elemente gleichzeitig dieselbe Geschichte erzählen.“
Drew Cipollone: „Sie fungieren selbst als Geschichtenerzähler und ermöglichen es der Bühne, sich in Echtzeit auszudehnen, zusammenzuziehen und zu verwandeln. Sie schaffen filmische Momente, verstärken die theatralische Illusion und tragen dazu bei, dass sich jeder Zuschauer vollständig in die Magie versetzt fühlt, ohne jemals die Darsteller oder die Geschichte in den Schatten zu stellen.“
Auch das Echo aus Produktion und Publikum fällt positiv aus.
Drew Cipollone: „Die Bühnenbildner loben, wie sich die Bildschirme nahtlos in Beleuchtung, Kulisse und Illusionen einfügen. Die Darsteller profitieren von der Klarheit und Konsistenz der visuellen Darstellungen, die ihnen helfen, sich zu orientieren und eine Verbindung zum Raum herzustellen. Das Produktionsteam schätzt die Zuverlässigkeit und Effizienz des Systems. Und das Publikum berichtet oft, wie sehr es in Wonkás Welt eintaucht und sich dorthin versetzt fühlt.“