Die „Skeletour“-Welttournee 2025 bis 2026 von Ghost setzte für die präzise Spotbeleuchtung auf zactrack PRO. Das Tracking-System wurde in das Lichtdesign von Tobias Rylander integriert und unterstützte die Follow-Spot-Arbeit für die mehrstufige Bühne der schwedischen Rockband.
Präzises Tracking für eine dichte Liveshow
Die „Skeletour“ war die bislang größte Tournee von Ghost und endete im vergangenen Monat mit den letzten Shows in den USA. Die Produktion verband Musik, theatrale Elemente und eine aufwendig gestaltete Live-Ästhetik.
Das Lichtdesign stammt von Tobias Rylander. Während des größten Teils der Tournee verantwortete Ishai Mika von Green Wall Designs aus Stockholm die Lichtregie und -steuerung. Präzise Spotbeleuchtung war ein zentraler Bestandteil der Show. Dafür wurde ein zactrack PRO-System eingesetzt.
Das System wurde mit Live- und Backup-Servern vom Berliner Tracking-Spezialisten Tracking Pro geliefert. Die technische Einbindung erfolgte unter der Leitung von PRG, dem globalen Licht- und Videopartner der Tour.
3D-Modus für mehrstufige Bühnenpodeste
Das zactrack-System wurde auf der Tour von Dom McClory, Leiter der Lichtcrew, betreut. Aufgrund der mehrstufigen Bühnenpodeste lief das System im 3D-Modus. Dom McClory programmierte alle Positionsdaten im zactrack-System. Anschließend wurden diese über die grandMA3 full-size-Konsole von Ishai Mika eingegeben, gespeichert und wiedergegeben.
Tobias Rylander und Dom McClory hatten zactrack bereits zuvor eingesetzt. Für das Design der „Skeletour“ war ein System erforderlich, das sehr präzise Follow-Spot-Einsätze unterstützt. Dazu gehörten zahlreiche Blackout-, Pickup- und Cut-to-Black-Effekte, bei denen keine Abweichungen entstehen durften.
19 Vari-Lite VL3600 als Follow-Spots
Insgesamt nutzte die Produktion 19 Lichtgeräte über das zactrack-System. Dabei handelte es sich ausschließlich um Vari-Lite VL3600. Dadurch konnte das Team flexibel festlegen, welche Fixtures als Follow-Spots eingesetzt und welchen Personen sie zugewiesen wurden.
Die vorgesehenen Scheinwerfer konnten jederzeit aus ihrer Follow-Spot-Funktion herausgenommen und wieder als Bestandteil der allgemeinen Lichtanlage verwendet werden. Diese Flexibilität war für die dicht programmierte Lichtshow ein wichtiger Bestandteil des Workflows.
Anchors und Tracker für fünf Bandmitglieder
Rund um den Aufführungsraum wurden 17 zactrack Anchors verteilt und trianguliert. Dadurch entstand ein verfolgbares Feld von etwa 21 Metern Breite und 20 Metern Tiefe.
Jedes der fünf mobilen Bandmitglieder trug zwei zactrack-Tracker an den Bühnenkostümen, jeweils vorne und hinten. Diese Redundanz stellte sicher, dass die Sichtverbindung zwischen Trackern und Anchors erhalten blieb, unabhängig davon, wohin sich die Musiker auf der Bühne bewegten.
Für Ishai Mika war es der erste Einsatz von zactrack: „Es hat sich als zuverlässig erwiesen und war eine gute Wahl, um die für diese Show erforderliche Präzision zu gewährleisten.“
Die Positionierung der Tracker in den Kostümen war entscheidend. Ishai Mika und Dom McClory arbeiteten dafür eng mit dem Kostümteam von Ghost zusammen. Beide bewerteten es als hilfreich, diese technischen Fragen bereits früh im Produktionsprozess klären zu können.
„Skeletour“-Welttournee 2025 bis 2026 von Ghost (Foto: © Ryan Chang)Tracking für mehrere Performer gleichzeitig
Jeder der fünf mobilen Musiker wurde während der angestrahlten Szenen meist von drei Moving Lights verfolgt. Auf Ghosts Frontmann Papa V Perpetua waren teilweise bis zu sieben Scheinwerfer gerichtet.
Alle Scheinwerferparameter wie Intensität, Farben, Blende und Gobos wurden über das Lichtpult gesteuert. Die Positionsdaten der zactrack-Server wurden in die grandMA3 integriert und in den entsprechenden Lichtcues gespeichert. Diese wurden mit Timecode versehen, damit die Abläufe bei jedem Auftritt präzise reproduzierbar waren.
Die Möglichkeit, mehrere Personen gleichzeitig zuverlässig zu verfolgen, entlastete die Lichtregie. Das Team musste sich während der ohnehin komplexen Show nicht zusätzlich auf das manuelle Ansteuern der Spots konzentrieren.
Height Offset und Smart Beam im Einsatz
Ishai Mika nutzte mehrere zactrack-Funktionen für die Show. Dazu gehörte „Height Offset“, damit das Licht auf das Gesicht der verfolgten Person ausgerichtet bleibt. Mit „Smart Beam“ wurde die Strahlgröße angepasst, wenn sich Performer auf der Bühne bewegten. Dadurch blieb die Proportion des Lichtkegels zur Person konstant.
Dom McClory hob hervor, dass die täglichen Kalibrierungen nach der Ersteinrichtung schnell und unkompliziert abliefen. Als Leiter des Beleuchtungsteams hatte er einen eng gefüllten Tagesplan. Nach dem Start der Tour ließ sich die Betreuung des Systems mit seinen weiteren Aufgaben verbinden.
Einrichtung im Production Park
Das zactrack-System wurde während der Produktionsproben im Production Park in Wakefield in Großbritannien eingerichtet. Dabei unterstützten zwei Tracking Pro-Techniker, Jaro Brinkmann und Raphael Doelle, die Produktion. Raphael Doelle begleitete außerdem die ersten beiden Shows als Backup-Techniker.
PRG UK koordinierte Licht und Video für alle Etappen der Tour in Großbritannien und Europa. In Nord- und Südamerika übernahmen die US-Kollegen von PRG die Betreuung. Lichtregisseur und Lichttechniker für die letzte Etappe war Vada Briceño. Lichttechnischer Leiter für die ersten beiden Etappen war Tom Bider.