ChamSys steuert Licht und Video bei Y Llais

Y Llais ist die walisischsprachige Ausgabe von The Voice

Y Llais ist die walisischsprachige Ausgabe von The Voice. Für die aktuelle Staffel auf S4C hat Lighting Director Andy Stagles das Lichtdesign entwickelt. Licht und Video laufen über eine MagicQ MQ250M von ChamSys mit MediaMaster, programmiert und gefahren von Bill Peachment. Kern des Workflows ist eine konsequente Previsualisierung: Jeder Song wird vorab im 3D-Modell gebaut, gefahren wird ohne Timecode.

Kleines Budget, viel Vorarbeit

Y Llais lief im vergangenen Jahr zum ersten Mal und hat seitdem eine treue Fangemeinde gewonnen. Produziert wird die Show von Boom Cymru in den Dragon Studios in Bridgend in Südwales. Andy Stagles ist Gründer von Lighting Director Limited.

Andy Stagles beschreibt seine Arbeitsweise: „Ich bin stolz darauf, das Beste aus dem kleinen Budget herauszuholen, das erfordert, dass ich über den Tellerrand hinausschaue. Bevor die Aufnahmen beginnen, entwickle ich meine Lichtdesigns in einer virtuellen 3D-Umgebung. Die Produktion schickt mir jeden Musiktitel, der aufgeführt werden soll, und ich passe jeden Lichtlook individuell an den jeweiligen Titel an. Das kann von einem Rock-Stück bis hin zu einer langsamen Ballade reichen. Auf diese Weise konnten wir uns ein paar Stunden Zeit nehmen, um jeden Titel vorab zu visualisieren und jeden Look zu verfeinern.“

MQ250M mit Stadium Connect

Bill Peachment, selbst Lichtdesigner, arbeitete als Licht- und Videoprogrammierer an einer ChamSys MagicQ MQ250M aus der Stadium-Serie mit einem zusätzlichen Wing. Darüber triggerte er auch die Videoinhalte auf einem eigens zusammengestellten Medienserver mit MediaMaster.

Bill Peachment erklärt, warum er auf ChamSys setzt: „ChamSys ist meine erste Wahl unter den Konsolen. Ich kann komplexe Effekte auf einfache und logische Weise erstellen, insbesondere mit Mehrkomponenten-Scheinwerfern. Die MagicQ-Software ist robust und eignet sich hervorragend für die sich schnell ändernden Anforderungen der TV-Produktion. Unsere Hauptkonsole MQ250M und das MagicQ Stadium Connect funktionierten sehr gut für die Backup-Überwachung und ermöglichten es Andy und mir, gemeinsam die Pegel zu steuern und die Spot-Ausgänge zu überwachen. Da die Fader miteinander verknüpft sind, können wir uns bei mehreren Bedienern auf unterschiedliche Bereiche konzentrieren und bleiben dabei im selben Ökosystem.“

Besonders bei der Videoeinbindung sieht Peachment Vorteile: „Das gilt insbesondere für die Integration von MediaMaster, da der Bildschirm nun wie ein Lichtgerät behandelt werden kann. Der MediaMaster LED Mapper macht die Wiedergabe von Inhalten auf mehreren Flächen einfach und schnell einrichtbar. Man zieht die Inhalte einfach per Drag & Drop auf die Oberfläche. Auch die MagicQ Fast Effects Engine hat uns viel Zeit gespart, da sie Änderungen im Handumdrehen ermöglicht. Ein weiterer Pluspunkt ist die neue Shutter-Benutzeroberfläche, die eine hervorragende Ergänzung darstellt. Sie erleichtert das Abrufen von Shutter-Einstellungen.“

Bühnenbild mit Tiefe für die Kamera

Das Bühnenbild stammt von David Marson. Es verbindet gebaute Elemente mit einer Videowand im Hintergrund und schafft so mehr Tiefe, die vor der Kamera plastischer wirkt.

Andy Stagles erklärt, was Licht fürs Fernsehen von Konzertlicht unterscheidet: „Dave entwirft das Bühnenbild, und ich visualisiere und beleuchte es, bevor ich die 3D-Modelle dem Produktionsteam präsentiere. Man muss berücksichtigen, wie die Beleuchtung vor der Kamera wirkt. Wenn man im Studio ist, wirken beispielsweise Lichtstrahlen aufgrund der Einschränkungen des Fernsehens möglicherweise nicht so lebendig wie bei einem Konzert. Unsere Augen haben ein viel höheres Kontrastverhältnis als die Kameras, daher ist der Unterschied zwischen hellen und dunklen Bereichen vor der Kamera viel subtiler als im Publikum.“

Für Stagles geht es deshalb vor allem um Kontrolle: „Aus diesem Grund dreht sich bei vielen Fernseharbeiten alles um Kontrolle und Ausgewogenheit. Man muss auch berücksichtigen, was die Kameras sehen können, nicht nur das Publikum. Das ist besonders wichtig bei Nahaufnahmen: Das Publikum sieht zum Beispiel das Gesicht einer Person möglicherweise nicht, wenn diese den Kopf zur Seite dreht, die Kameras jedoch schon. Daher muss man die Positionen der Hauptlichtquellen sorgfältig wählen. TV-Beleuchtung ist eine andere Disziplin als Theater- und Live-Veranstaltungen, und wenn man Live-Auftritte mit vielen Nahaufnahmen ausleuchtet, steht viel auf dem Spiel!“

Previs mit WYSIWYG und NDI

Als größten Gewinn des Projekts nennt Stagles die Previsualisierung. Das Team kombiniert WYSIWYG mit der ChamSys-Steuerung und MediaMaster mit NDI-Eingang. So wird jeder Song vorab visualisiert und ein Cue-Stack für die Show angelegt, den Peachment während der Aufzeichnung live abruft.

Andy Stagles beschreibt den Ablauf: „Es wird kein Timecode verwendet. Es sind alles Cues, die im Takt aufgerufen oder per Knopfdruck ausgelöst werden. Durch die Nutzung dieses virtuellen Workflows im Vorfeld kann das Team experimentieren, ohne dem Zeitdruck einer kompletten Crew vor Ort ausgesetzt zu sein. Außerdem bleibt so Zeit, die Visuals und Designs zu überarbeiten. Darüber hinaus hilft es bei der kreativen Präsentation gegenüber der Produktionsfirma, da diese sehen kann, was im Rahmen des Budgets erreicht werden kann.“

Trotz Previs ist der Aufbau aufwendig. An den Aufbautagen arbeitet das Team 10 bis 12 Stunden, um die leere Bühne der Dragon Studios in die Kulisse des Gesangswettbewerbs zu verwandeln.