Mit der Showreihe Prophecy entwickelt das Duo Prospa ein Clubformat, das über ein klassisches EDM Set hinausgeht. Beim Tourstopp im März im Magazine London entstand dazu ein visuelles Konzept, das auf Schatten, Silhouetten und eine stark atmosphärische Bildsprache setzte. Das Lichtdesign stammt von Elliot Baines von Spiralstagelighting. Zum Einsatz kamen unter anderem Color STRIKE M von CHAUVET Professional aus dem Bestand von Colour Sound Experiment.
Prospa aus Leeds verbindet Breakbeats, analoge Synthesizer und markante Riffs zu einem Sound, der bewusst auf Wirkung im Raum und auf der Tanzfläche angelegt ist. Diese Idee setzte sich in London auch visuell fort. Das Bühnenbild arbeitete mit zwei über der Bühne hängenden Händen sowie einer Engelsfigur im Hintergrund, die durch gezielte Lichtsetzung in die Gesamtwirkung eingebunden wurden.
Licht als Teil der Dramaturgie
Das Design orientierte sich nicht an einer klassischen Konzertästhetik mit durchgehender Frontbeleuchtung, sondern an einer deutlich reduzierteren, geheimnisvolleren Bildsprache. Hintergrundlicht, Seitenwinkel und Silhouetten prägten den Raum und verstärkten den immersiven Charakter der Show.
Elliot Baines, Kreativdirektor und Produktionsdesigner bei Spiralstagelighting: „Wir wollten, dass die Show eine ätherische Atmosphäre vermittelt. Wir wollten kein gewöhnliches Konzert mit durchgehenden Kapiteln. Unser Ziel war es, eine düstere, geheimnisvolle Stimmung zu schaffen, die zu ‚Prophecy‘ passt. Die beiden Hände, die über der Bühne hingen (Teil des Prophecy-Tour-Sets), und der Engel im hinteren Teil des Raums mit ausgestreckten Händen, fast so, als würde sie durch die Anlage fliegen, halfen uns, diesen Uplighting-Effekt zu erzielen.“
Zur Umsetzung trugen neben Colour Sound Experiment auch ER Productions im Laserbereich sowie OMBRA für die Inhalte bei.
Hintergrundlicht statt klassischer Hauptbeleuchtung
Im Zentrum des Konzepts stand die Entscheidung, Prospa und ihre Gäste überwiegend von hinten oder aus seitlichen Winkeln zu beleuchten. Dadurch rückten nicht die Performer selbst in den Vordergrund, sondern ihre Konturen und ihre Wirkung im Zusammenspiel mit Raum, Objekten und Musik.
Prospa „Prophecy“ im Magazine London (Foto: © Josette Crispin)Elliot Baines: „Die DJs selbst zogen es vor, von hinten beleuchtet zu werden. Sie wurden immer von hinten oder aus verschiedenen seitlichen Winkeln beleuchtet. Wir wollten dieser Show kein gewöhnliches Konzertgefühl verleihen.“
STRIKE M als zentrales Gestaltungselement
Für diese Bildsprache setzte Baines zwölf motorisierte STRIKE M Wash Blinder mit 12 Farben ein. Die Geräte waren hinter Prospa und ihren Gästen positioniert und übernahmen eine zentrale Funktion bei der Erzeugung der gewünschten Lichtwinkel und Silhouetten.
Elliot Baines: „Die Anzahl der STRIKE Ms, die wir hatten, war genau das, was wir brauchten, da sie unglaublich hell waren, selbst bei voller Bühne. Wir hatten sie hinten hinter Prospa und ihren Gästen positioniert. In dieser Show wurden die STRIKE Ms als eigenständiges Designelement behandelt. Ihre Rolle war so unverwechselbar und wichtig. Sie waren wirklich unsere Helden für die Hintergrundbeleuchtung und die Erzeugung von Silhouetten, was für eine Show, die Geheimnisvolles hervorruft, natürlich sehr wichtig war.“
Gerade in Verbindung mit den szenischen Elementen im Raum wurde das Licht damit nicht nur zum funktionalen Werkzeug, sondern zum prägenden Bestandteil der Showarchitektur.