Auf dem Open Air Floor von Nature One verantworten Marek Papke und Thomas Gerdon mit GERDON design seit 15 Jahren Bühnen-, Licht- und Content-Design. Für die diesjährige Umsetzung setzte das Team unter anderem auf 206 Scheinwerfer von CHAUVET Professional.
Festivalgelände als Gestaltungskulisse
Das Festival findet auf dem Gelände eines ehemaligen US-Atomwaffenstützpunkts statt. Zum Gelände gehören unter anderem taktische Raketenbunker, durch die Besucherinnen und Besucher während des viertägigen Festivals gehen.
Bühnenkonzept für den Open Air Floor
Für das aktuelle Konzept sollte das Design ein Gefühl von Freiheit und Offenheit vermitteln. Dazu entschied sich das Team für ein Bühnendesign mit langen, durchgehenden Linien in geschwungenen und geraden Formen.
Marek Papke, Geschäftsführer von GERDON design, sagt: „GERDON design arbeitet eng mit I-Motion, dem Veranstalter der Nature One, zusammen. Es ist jedes Jahr aufs Neue ein Vergnügen. Nach so vielen Jahren der Zusammenarbeit kennt jeder die Abläufe, und oft braucht es nur wenige Iterationen, bis ein neues Design steht. Was ich an diesem Festival besonders schätze, ist diese entspannte, aber dennoch professionelle Zusammenarbeit, die es uns erlaubt, den Open Air Floor jedes Jahr neu zu erfinden und gemeinsam neue Ideen und Designansätze zu erkunden.“
Marek Papke weiter: „Die Grundlage bilden drei große Bühnenbögen, die sich fast wie ein Hangar über den Open Air Floor spannen“, erklärt Papke. „Mein Fokus beim Design des Floors liegt darauf, das Club-Gefühl, das jeder aus dem Nachtleben kennt, auf eine große Open-Air-Fläche zu übertragen. Wir wollen, dass das Publikum Raum und Zeit vergisst. Deshalb liegt ein großer Schwerpunkt auf der Struktur und den Positionen der Beleuchtung über dem Floor und der Menge.“
Nature One 2026 (Foto © Julian Huke Photography)Lichttechnik und Fixture-Auswahl
Für die Umsetzung nutzte das Team eine Auswahl von 206 Scheinwerfern:
Look-Programm und Dramaturgie
Das Design war auf unterschiedliche Acts und Stile ausgelegt, darunter Sven Väth, Paul van Dyk, Eric Prydz und Felix Jaehn. In der Lichtdramaturgie wurden dynamische Elemente sowie bewusst reduzierte Passagen eingesetzt, um Kontraste zwischen ruhigeren Momenten und stärkeren Peaks zu unterstützen.
Marek Papke: „Wir bauen viele dynamische Elemente in das Set ein. Wir wollen Momente schaffen, in denen ruhige Passagen sehr minimalistisch beleuchtet sind, sodass große Momente oder starke Drops umso eindrucksvoller wirken.“
Arbeitsprozess und Planung
Der kreative Prozess beginnt laut Papke kurz nach dem jeweiligen Festival. Ausgangspunkt sind Skizzen und erste 3D-Studien aus der Perspektive des Publikums. Anschließend wird geprüft, wie sich die Kernidee mit verfügbaren Truss-Systemen umsetzen lässt, bevor das Design mit Licht- und LED-Flächen weiterentwickelt wird.
Marek Papke beschreibt den Ablauf: „Kurz nach jedem Festival beginne ich mit der Arbeit am Floor-Design für das nächste Jahr. Meist starte ich damit, einige Grundideen zu skizzieren und sie dann grob in 3D zu bauen, um ihre Wirkung aus der Perspektive des Publikums zu testen. Wenn die Kernidee funktioniert, prüfe ich, wie sie mit den verfügbaren Truss-Systemen realisiert werden kann.“