FOLLOW-ME begleitet Helloween auf Jubiläumstour

40 Years Anniversary Tour von Helloween (Foto © Jana Boese)

Auf der Europa-Etappe der „40 Years Anniversary Tour“ von Helloween kam ein vollautomatisches FOLLOW-ME Track-iT System zum Einsatz. Geliefert, betreut und supported wurde das Tracking-Setup von Christian „Rocketchris“ Glatthor, der die Umsetzung gemeinsam mit Systemtechniker Ricardo Zottele verantwortete. Die Tour startete am 17. Oktober 2025 in der Rockhal in Luxemburg nach einer intensiven Vorproduktion bei epicto für Pre-Programming und Video sowie bei Crystal Sound für Licht und PA.

Für die US-Termine ab April 2026 ist wegen der kleineren Produktionsgröße kein Tracking-System vorgesehen. Auf den Europa-Shows war das System dagegen ein zentraler Bestandteil des Lichtkonzepts.

Komplexes Bühnendesign mit mehreren Ebenen

Die Jubiläumstour stellte hohe Anforderungen an das Tracking. Neben der Mainstage gehörten ein zehn Meter langer Catwalk, eine 6 x 3 Meter große B-Stage mit 4 x 4 Meter Erweiterung, ein 1,40 Meter hoher Drumriser sowie teiltransparente LED- und Set-Elemente zum Bühnenbild. Mehrere dieser Elemente ragten im 45-Grad-Winkel in die Bühne hinein.

Lichtdesigner Martin Müller: „Das System musste die Performer flüssig über eine Fläche von bis zu 20 Metern Breite, 20 Metern Tiefe und einer Höhendifferenz von über drei Metern verfolgen können – vom Publikumsniveau bis hoch auf das Set.“

Damit musste das Tracking nicht nur große Distanzen abdecken, sondern auch mit komplexen Höhenverläufen und unterschiedlichen Bühnenzonen sicher arbeiten.

34 Moving Lights in das System eingebunden

Insgesamt waren 34 Moving Lights in das FOLLOW-ME Track-iT System integriert. Sechs Geräte dienten als dedizierte Follow-Spots und waren in der sogenannten „Folloween-Truss“ über dem FOH positioniert. Weitere Fixtures verteilten sich auf die Trusslinien LX1 bis LX6 und wurden sowohl für klassisches Tracking als auch für Solo-Features eingesetzt.

Das Setup arbeitete mit einer großen Zahl strategisch platzierter Anchors. Diese befanden sich unter anderem im Dach, in den ML-Leitern, im Set, an der Bühnenvorderkante, auf Catwalk und B-Stage sowie im FOH-Bereich. Im Dach waren jeweils zwei Anchors pro Traverse installiert. Pro Musiker kamen zwei Tags zum Einsatz, mit Ausnahme des Schlagzeugers.

Sechs aktive Targets plus Drummer im Finale

Während der Show wurden sechs Targets aktiv getrackt. Für das Finale kam ein siebtes Target für den Drummer hinzu, das per 3D-Mouse manuell nachgeführt wurde. Dadurch ließ sich das System auch an einen speziellen Showmoment anpassen, ohne die übrige Struktur zu verändern.

Die Konfiguration war darauf ausgelegt, die Bandmitglieder über alle Spielflächen hinweg sichtbar zu halten, unabhängig davon, ob sie sich auf der Hauptbühne, auf dem Catwalk oder auf der B-Stage bewegten.

Mehr Freiheit im Lichtdesign

Für das Lichtdesign lag der Nutzen des automatisierten Trackings vor allem in der Flexibilität. Bei einer Band wie Helloween, bei der mehrere gleichwertige Performer gleichzeitig auf der Bühne stehen, reduziert das System den Bedarf an klassischem Follow-Spot-Aufwand deutlich.

Martin Müller: „Bei Helloween stehen bis zu sieben gleichwertige Performer gleichzeitig auf der Bühne. Ohne automatisiertes Tracking bräuchte man entweder extrem viel dediziertes Frontlicht oder mehrere Follow-Spot-Operatoren – inklusive Kommunikation, Cue-Ansagen und eingeschränkter Bewegungsfreiheit.“

Auch spontane Solomomente lassen sich damit einfacher umsetzen: „Solos können spontan abgefeuert werden, ohne dass jemand exakt an einer definierten Position stehen muss. Das gibt enorme künstlerische Freiheit und macht den Touring-Alltag deutlich entspannter“

Stabiler Betrieb über 20 Europa-Shows

Über die 20 Europa-Termine lief das System nahezu störungsfrei. Ein einzelner technischer Aussetzer konnte innerhalb weniger Sekunden durch einen Neustart auf der Kontrollseite behoben werden. Der Ablauf im Touring-Alltag blieb dadurch unbeeinträchtigt.

Martin Müller: „Durch die gute Vorbereitung, die saubere Abstimmung zwischen Chris, Ricardo und Crystal Sound sowie einen klaren Workflow entstand zu keinem Zeitpunkt eine Situation, die den Tagesablauf erschwert hätte.“

An der lichtseitigen Umsetzung waren neben Martin „Mamü“ Müller, Christian „Rocketchris“ Glatthor und Ricardo Zottele auch Peter „Peda“ Staudt als Projektleiter bei Crystal Sound sowie Martin Löhr als Produktionsleiter beteiligt.