Auf der Arena-Tour 2025 von Sabaton kam ein FOLLOW-ME System zum Einsatz, um die Band in einem komplexen Bühnenaufbau präzise zu verfolgen. Um die Anforderungen des Lichtdesigns von Bertil Mark umzusetzen, wurden zwei FOLLOW-ME 3D SIX Systeme eingesetzt. Einrichtung und Tourbetreuung übernahm Torben Lehmann alias Herr Lehmann.
Die Tour lief vom 14. November bis 13. Dezember 2025 und umfasste 22 Arena-Shows in Mittel- und Nordeuropa mit mehr als 250.000 Besucherinnen und Besuchern. Zu den Stationen gehörten Köln, Berlin, Wien, Zürich, Paris, London, Stockholm und Oslo. Das Tourfinale fand in Stockholm als Heimspiel der Band vor rund 25.000 Zuschauern statt.
Zwei FOLLOW-ME 3D SIX Systeme im Parallelbetrieb
Für die Produktion kamen zwei FOLLOW-ME 3D SIX Systeme parallel zum Einsatz. Hintergrund war das Bühnen- und Kamerakonzept, das eine zweite Kamera erforderte. Deren Position musste für das notwendige PSN-Tracking in dieselbe Richtung orientiert sein und auch signaltechnisch entsprechend behandelt werden.
Zusätzlich wurde für jedes der beiden Systeme eine Backup-Lösung mitgeführt. Insgesamt bestand das Setup somit aus vier Rechnern.
Mehrere Ebenen und Aktionsflächen als Tracking-Aufgabe
Das Bühnenbild stellte hohe Anforderungen an das Tracking. Sabaton bespielten während der Show vier unterschiedliche Höhenebenen sowie mehrere räumlich voneinander getrennte Aktionsflächen.
Burgbühne, Balkon und B-Stage
Die Hauptbühne war als Burgkonstruktion ausgeführt, rund 20 Meter breit und auf etwa zwei Metern Höhe angelegt. Im hinteren Bühnenbereich befand sich zusätzlich ein Balkon auf etwa vier Metern Höhe, der in die Inszenierung eingebunden war.
Ergänzt wurde das Setup durch eine B-Stage am FOH mit einer Grundfläche von 4,60 mal 4,60 Metern und einer Höhe von 2,20 Metern. Diese war rund 28 Meter von der Hauptbühne entfernt positioniert.
Geflogener Laufsteg und Publikumswege
Beide Bühnen konnten über einen geflogenen Laufsteg verbunden werden, der auf rund 3,60 Metern Höhe verlief. Hinzu kamen Szenen, in denen sich die Band durch das Publikum bewegte. Damit musste auch der Zuschauerbereich in das Tracking einbezogen werden.
Torben Lehmann: „Wir hatten neben großen Distanzen im Raum gleichzeitig auch deutliche Höhenunterschiede zu bedienen. Die Software hatte mit den in ihrem eigenen 3D-Setup integrierten Features allerdings für jede der Anforderungen die passende Lösung parat.“
Kameras ohne klassische Fronttraverse
Da keine klassische Fronttraverse vorhanden war, mussten die Kamerapositionen flexibel und hallenabhängig gelöst werden.
Die Hauptkamera wurde in der ersten von insgesamt sieben Lichttraversen, LX1, installiert und je nach Hallensituation ausgekragt oder nach unten gedroppt. So konnte trotz der baulichen Gegebenheiten eine passende Perspektive auf die Spielflächen erreicht werden.
Die zweite Kamera war in der FOH-Traverse oberhalb der B-Stage montiert und um 90 Grad gedreht. Im 9:16-Format erfasste sie den Bereich rund um die B-Stage, den Laufsteg sowie Teile des Publikums. Aufgrund der Distanz zur Regie unter der Bühne wurden die Signalwege über gewerkeübergreifende Netzwerkinfrastrukturen realisiert, ergänzt durch RS485-Wandler für die Kamerasteuerung.
36 Movinglights und sechs Targets
In das FOLLOW-ME System waren 36 Movinglights eingebunden. Diese verteilten sich auf 6 Geräte am FOH, 6 in der Gasse Stage Left, 6 in der Gasse Stage Right und 18 in LX4.
Getrackt wurden sechs Targets. Vier davon waren fest den Bandmitgliedern Gitarre, Gesang, Bass und Gitarre zugeordnet. Zwei weitere Targets standen flexibel für zusätzliche Szenen mit Schauspielern oder Chor zur Verfügung.
Die Scheinwerfer der LX4-Traverse wurden von Bertil Mark je nach Song dynamisch als Backlight-Spots eingesetzt. Ein wesentlicher Vorteil des Systems lag in der Möglichkeit, Target-Zuordnungen spontan zu verändern, etwa wenn mehrere Bühnenbereiche gleichzeitig bespielt wurden und sich Scheinwerfer gegenseitig verdeckt hätten.
Torben Lehmann: „Der große Vorteil ist, dass sich die KünstlerInnen während ihrer Performance keinen Kopf mehr um ihre Solopositionen machen müssen. Keine lästigen Stellproben, kein Nachleuchten während der Show, das Target bewegt sich frei, und das System folgt. Dazu kommt, dass Bertil während der Show viele unterschiedliche Back-Spot-Konstellationen eingesetzt hat. Dies war mit dem FOLLOW-ME-System wirklich sehr operator-freundlich umsetzbar.“
Vorbereitung und Support im Vorfeld
Bereits in der Pre-Production unterstützte Marcel Vranken von LMP das Projekt, sodass Torben Lehmann das Setup softwareseitig früh vorbereiten konnte. Hinzu kamen zwei Schulungstage bei LMP sowie persönliche Unterstützung bei der ersten Show in Köln.
Torben Lehmann: „Die Konfiguration des Systems lief bei PRG, bei den Proben in Berlin habe ich nur noch Feintuning vorgenommen. Und wenn es Fragen gab, war Marcel immer als zuverlässiger ‚Telefon-Joker‘ erreichbar.“
Stabilität im Touring-Alltag
Trotz enger Zeitfenster, Einlasszeiten ab teilweise 16:30 Uhr, Back-to-back-Shows, großer Distanzen zwischen den Spielorten und rund 12.000 Kilometern auf der Straße lief das System über die gesamte Tour stabil.
Torben Lehmann: „Softwareseitig gab es keinen einzigen kritischen Moment oder Ausfall. Gerade bei meinem ersten Einsatz als FOLLOW-ME Systemtechniker war das ein enorm wichtiger und gleichzeitig sehr entspannender Faktor.“
Der Einsatz auf der Sabaton Arena-Tour 2025 zeigt, wie sich präzises Performer-Tracking auch in komplexen Touring-Produktionen mit mehreren Ebenen, langen Distanzen und wechselnden Spielflächen in den Showablauf integrieren lässt.