Drei Tage, 45 Acts und kaum Zeit für Umbauten – das Performance-Festival 100° Diaspora im Haus der Berliner Festspiele war ein Ausnahmeprojekt. Die Berliner Lichtdesignerin Mathilda Kruschel verantwortete das Lichtdesign der Hauptbühne und setzte dabei auf ETC Source Four LED Series 3, eine ETC Gio-Konsole und die 3D-Programmierungsumgebung Augment3d.
„Für jede Produktion standen nur zwei Stunden für Einrichtung und Proben zur Verfügung“, berichtet Kruschel. Ein Teil der Programmierung konnte im Vorfeld erfolgen, vieles musste jedoch „on the fly“ während des Festivals entstehen. Da die 45 Aufführungen „sehr verschieden“ waren, verlangte das Projekt ein Maximum an Flexibilität. „Jedes Stück musste während der kurzen Zeit größtenteils neu erstellt beziehungsweise entwickelt werden“, erklärt sie.
Lichtdesign unter Zeitdruck
Umbauten oder das Umhängen von Scheinwerfern waren bei dem engen Zeitplan ausgeschlossen. „Deshalb haben wir ein Licht-Setup entwickelt, das für alle Gruppen eine gute Basis bildete“, so Kruschel. Gemeinsam mit den Gast-Lichtdesignern und den Schauspielerinnen und Schauspielern erarbeitete sie ein „angenehmes, in viele Cues gegossenes Spiellicht“.
Weil sie viele Shows selbst fuhr, musste sie spontan reagieren können: „Ich habe die meisten Aufführungen ja auch selbst gedrückt und es war selten jemand da, der mir ein `Go´ gab.“
Verlässliches Setup mit ETC Gio und Source Four LED Series 3
Im Zentrum des Lichtkonzepts standen 19 ETC Source Four LED Series 3 Profilscheinwerfer, die als Front- und Seitenlicht eingesetzt wurden. Gesteuert wurde das System über eine ETC Gio. „Ich liebe die Gio“, sagt Kruschel. „Sie ist für mich das ultimative Schlachtschiff.“
Sie zählt die Vorteile aus dem Effeff auf: „Midi-Ein- und Ausgänge, zwei EtherCon-Steckplätze, zehn motorisierte Fader, acht Macro-Knöpfe, sieben USB-Steckplätze – und ich kann sie mühelos tragen. Mit ihren zwei kompakten Monitoren passt sie selbst in kleine Stellwerke.“
Auch wenn es inzwischen ein Update in Form der Apex-Reihe gibt, bleibt die Gio für sie „ein Rundum-Sorglos-Paket“. Kein Wunder, dass sie drei Konsolen davon in ihrem eigenen Mietpark bereithält.
Lichtdesignerin Mathilda Kruschel (Foto: © Kevin „Clamoris“ Kahlert)Augment3d macht den Unterschied
Besonders hilfreich erwies sich die in Eos integrierte 3D-Programmierungsumgebung Augment3d, mit der sich Scheinwerfer und Bühne dreidimensional planen und steuern lassen. „Ich habe zwischendurch Bühne und Scheinwerfer in Augment3d übernommen“, erklärt Kruschel. „Das hat sich spätestens dann bezahlt gemacht, als wir kurzzeitig einen Live-Verfolger improvisiert haben, den ich manuell über X/Y-Encoder mitgefahren habe.“
Flexibilität als Schlüssel zum Erfolg
Nach zahlreichen Theater- und Gastspielproduktionen meisterte Mathilda Kruschel auch dieses fordernde Festival souverän. „Es war ein dreitägiger Theater-Marathon, bei dem Schnelligkeit, sauberes Arbeiten und – da zwischendurch Dinge drastisch geändert wurden – Flexibilität im Höchstmaß gefordert waren.“ Das Fazit fällt rundum positiv aus: „Kunde, Künstler und Künstlerinnen waren vollauf zufrieden. Sie haben sich alle sehr wohl gefühlt.“