ChamSys bei Arsenal gegen Chelsea

Premier-League-Spiel zwischen Arsenal und Chelsea (Foto: © susana_rf)

Vor dem Premier-League-Spiel zwischen Arsenal und Chelsea setzte Lighting Designer Ed Warren im Emirates Stadium auf eine Lichtinszenierung mit einer ChamSys MagicQ MQ250M Stadium Console. Ziel war eine mehrdimensionale Pre-Match-Show, die Musikdramaturgie, Raumwirkung und großflächige Lichtbilder miteinander verbindet.

Lichtshow mit räumlicher Wirkung

Im Mittelpunkt des Konzepts stand eine zweiminütige Show vor dem Anpfiff. Warren arbeitete dabei mit der Visualisierungssoftware Capture und formulierte für die Inszenierung einen klaren gestalterischen Anspruch: „Ich wollte eine mehrdimensionale Show, die den Raum verwandelt und sich an den Aufbau der Musik anpasst.“

Die Lichtgestaltung sollte das Publikum mit Farbe umhüllen, ohne zu blenden. Gleichzeitig verfolgte Warren das Ziel, lineare Strukturen über dem Spielfeld sichtbar zu machen, Suchscheinwerfer in den Himmel zu richten und das innere Dach des Stadions in die Inszenierung einzubeziehen.

Ed Warren: „Ich wollte die Zuschauer mit Farben überfluten, ohne sie zu blenden. Ich wollte ein Gitter aus Linien über dem Spielfeld erzeugen, was in diesem Stadion noch nie zuvor gemacht worden war. Außerdem wollte ich einen großen Suchscheinwerfer in den Himmel richten – und ich wollte das innere Dach des Stadions zum Blitzen bringen.“

Zusammenarbeit mit Zeal und Arsenal

Für die Umsetzung stand ein von Zeal bereitgestelltes Kit zur Verfügung. Warren beschreibt die Zusammenarbeit mit dem Club und dem beteiligten Team als wichtigen Faktor für den Projektverlauf: „Alle im Verein waren vom ersten Tag an in jeder Hinsicht sehr entgegenkommend, was bei einem Projekt dieser Größenordnung wirklich sehr hilfreich ist“

Drahtlose Programmierung als zentraler Vorteil

Bei der Arbeit mit der MagicQ MQ250M Stadium Console nutzte Warren nach eigenen Angaben unter anderem die hohe Systemkapazität, verschiedene Wiedergabemodi und Encoder. Als besonders entscheidend beschreibt er jedoch die Möglichkeit, per App drahtlos zu programmieren.

Ed Warren: „Die Freiheit war von unschätzbarem Wert“

Mit einem iPad, das mit der MQ250M verbunden war, konnte Warren direkt auf dem Spielfeld arbeiten und die Perimeterbeleuchtung vor Ort ausrichten. Diese mobile Arbeitsweise half dabei, Lichtlinien präzise zu positionieren.

Workflow mit Capture

Die Show wurde zunächst in Capture vorbereitet. Laut Warren entstand der erste Programmierstand in der Visualisierung, bevor die Verbindung zur ChamSys Konsole hergestellt und der Patch direkt importiert wurde.

Ed Warren: „Ich lief mit einem mit dem MQ250M verbundenen iPad über den Platz und richtete die Perimeterbeleuchtung aus, was mir half, sie schön gerade zu bekommen. Bevor ich zum Veranstaltungsort kam, wurden alle meine Renderings mit Capture visualisiert, das vom MQ250M gesteuert wurde. Ich habe zuerst alles dort eingegeben, dann das ChamSys verbunden und den Patch direkt importiert.“

Im weiteren Verlauf erhielt Warren eine MVR-Datei vom Lieferanten und übertrug den Ablauf erneut mit exakten Positionen und Ausrichtungen der Fixtures.

Ed Warren sagt: „Nachdem ich dann eine MVR vom Lieferanten erhalten hatte, habe ich das Gleiche noch einmal gemacht, diesmal jedoch mit genauen Positionen und Ausrichtungen der Befestigungen“

Für stadionbasierte Produktionen mit komplexen Flächen und hohem Abstimmungsbedarf zeigt das Projekt, wie eng Visualisierung, Importprozesse und drahtlose Programmierung inzwischen miteinander verzahnt sind.

Präzision für temporäre Stadionproduktionen

Die Inszenierung im Emirates Stadium verdeutlicht, wie sich temporäre Pre-Match-Shows mit stadiontauglichen Lichtsystemen und präzisem Vorprogrammieren umsetzen lassen. Besonders relevant ist dabei die Verbindung aus Visualisierung, MVR-Workflow und mobilem Zugriff auf die Konsole direkt im Venue.