Das BCC Berlin Congress Center modernisiert Kuppellicht mit LED

Kuppelbeleuchtung im BCC Berlin Congress Center (Foto © Christoph Eisenmenger)

VisionTwo, PIK und GDS haben die historische Kuppelbeleuchtung im BCC Berlin Congress Center modernisiert. Die neue LED-Infrastruktur erhält die vertraute Lichtwirkung des denkmalgeschützten Kuppelsaals, reduziert den Energiebedarf um bis zu 80 Prozent und erleichtert Wartung, Steuerung und Systemüberwachung.

Historisches Lichtbild technisch erneuert

Das BCC Berlin Congress Center entstand zwischen 1961 und 1964 nach Entwürfen des Architekten Hermann Henselmann. Der denkmalgeschützte Gebäudekomplex gehört zum Ensemble rund um das Haus des Lehrers.

Im Kuppelsaal prägen Deckenleuchten, umlaufende Wandleuchten, Bühnenlicht, Chaser und warme Dimmverläufe seit Jahrzehnten die Wahrnehmung des Raums. Die bestehende Halogenanlage war jedoch energetisch überholt und zunehmend wartungsintensiv.

Die neue Beleuchtung sollte deshalb nicht als gestalterische Neuinterpretation erscheinen. Gefordert waren eine genaue Reproduktion des bisherigen Lichtbilds, weiche Dimmverläufe, der charakteristische Fade to Warm Effekt und eine unveränderte Wiedergabe der bestehenden Kuppelshow.

VisionTwo begleitete das Projekt gemeinsam mit dem britischen Hersteller GDS. PIK übernahm die Integration und Umsetzung im BCC.

Drei Wochen für die Umrüstung

In der Kuppel wurden 598 Deckenleuchten ausgetauscht. Hinzu kamen Lösungen für 34 umlaufende Wandleuchten mit jeweils zwei Lichtquellen sowie weitere 13 Leuchten im Bühnenbereich.

Die bisherige Halogenanlage arbeitete bei den Deckenleuchten mit jeweils 205 Watt. Für die vollständige Integration der neuen Technik standen lediglich drei Wochen zur Verfügung. Der Veranstaltungsbetrieb durfte während der Umrüstung nicht beeinträchtigt werden.

Fade to Warm erhält den Halogencharakter

In der Kuppel kommen 598 GDS Puppis 2K Fade to Warm Leuchten zum Einsatz. Beim Herunterdimmen verschiebt sich ihre Lichtfarbe in wärmere Bereiche. Dadurch bleibt die für Halogenlicht typische Veränderung der Farbtemperatur erhalten.

Diese Charakteristik war für den denkmalgeschützten Raum besonders wichtig. Eine LED-Lösung mit gleichbleibender Farbtemperatur oder unruhigem Dimmverhalten hätte die gewohnte Atmosphäre sichtbar verändert.

Anke Schierenbeck, Leitung Projektgeschäft bei VisionTwo: „Im BCC ging es nicht um einen einfachen Produktwechsel, sondern um die Frage, wie sich die charakteristische Lichtwirkung des Kuppelsaals in eine moderne LED-Infrastruktur überführen lässt – inklusive warmer Dimmverläufe, exakter Chaser-Sequenzen und hoher Wartungsfreundlichkeit in einem denkmalgeschützten Bestand.“

BCC Berlin Congress Center (Foto © Christoph Eisenmenger)

DriveHub verlagert Technik aus der Kuppel

Die Zwischendecke des Kuppelsaals ist schwer zugänglich, räumlich begrenzt und thermisch anspruchsvoll. Elektronische Komponenten unmittelbar an den Leuchten hätten Wartung und Austausch dauerhaft erschwert.

Die zentrale GDS DriveHub Architektur verlagert wartungsrelevante Treiberkomponenten an besser zugängliche Positionen außerhalb der Kuppel. Das System ermöglicht einen zentralen Zugriff auf die Treibertechnik und unterstützt Statusmeldungen, Energiemonitoring und vereinfachte Serviceprozesse.

Auch die bestehende Infrastruktur wurde in die Planung einbezogen. Während die Verkabelung innerhalb der Kuppel erneuert wurde, blieben die Stromschienen und E27-Fassungen der umlaufenden Wandleuchten erhalten. Dafür entstand eine Lösung mit GDS Puppis 1K Leuchten und E27-Sockel.

Unterschiedliche Systeme reagieren synchron

Die Anlage verbindet mehrere Treiber- und Steuerungstechnologien. Die Puppis 2K Fade to Warm Leuchten in der Kuppel arbeiten mit Constant Current. Die Wandleuchten nutzen GDS IPM Multi Channel Control. Im Bühnenbereich kommen GDS Sirius Leuchten mit IPM2 zum Einsatz.

Die übergeordnete Steuerung erfolgt über DMX. Trotz der unterschiedlichen technischen Grundlagen müssen alle Leuchten als einheitliche Fläche reagieren. Dimmvorgänge, Chaser und Übergänge laufen synchron und ohne sichtbare Verzögerungen.

Sigurd Hösl-Taube von PIK: „Die besondere Herausforderung bestand darin, trotz unterschiedlicher Treibertechnologien ein vollständig synchrones Echtzeitverhalten über die gesamte Beleuchtungsfläche hinweg sicherzustellen. Gerade in der Kuppel wären Abweichungen in Reaktionszeit oder Dimmverhalten sofort sichtbar geworden.“

Die vorhandene Kuppelshow wurde einschließlich ihrer Bewegungen, Übergänge und Dimmverläufe rekonstruiert.

Sigurd Hösl-Taube: „Der Kunde forderte eine exakte Dimmbarkeit der Leuchten, weil die Kuppelshow nach der Erneuerung 1:1 wieder funktionieren musste. Für die Integration der rund 650 Leuchten blieben uns nur drei Wochen Zeit, denn es durfte auf keinen Fall eine Show ausfallen.“

Sonderkonstruktionen für den Bestand

Die verschiedenen Einbausituationen, vorhandenen Diffusoren und räumlichen Bedingungen innerhalb der Zwischendecke erforderten projektspezifische Lösungen. PIK entwickelte dafür individuelle Metallkonstruktionen und Halterungen.

Für die Wandleuchten wurde das Abstrahlverhalten gemeinsam mit GDS in mehreren Bemusterungen angepasst. Die Leuchten wurden außerdem staubdicht und lichtdicht in die Zwischendecke integriert. Dadurch soll der Reinigungs- und Wartungsaufwand in den schwer zugänglichen Bereichen reduziert werden.

Sicherheitsbeleuchtung und Energiemanagement

Mit dem GDS BOB-E wurde außerdem ein für den europäischen Markt zertifizierter Treiber für Sicherheitsbeleuchtung integriert. Das System lässt sich an die bestehende Notstrominfrastruktur anbinden.

Die DriveHub Architektur verbessert Diagnose, Wartung und Betriebssicherheit. Automatisierte Statusinformationen liefern zugleich eine Datengrundlage für das Energiemanagement.

Gegenüber der bisherigen Halogenanlage sank der Energiebedarf um bis zu 80 Prozent. Gleichzeitig steht im Kuppelsaal eine höhere Beleuchtungsstärke zur Verfügung.

Vertraute Wirkung auf neuer Grundlage

Die Modernisierung verbindet den Erhalt der historischen Raumwirkung mit einer vollständig erneuerten technischen Infrastruktur. Die Kuppelshow läuft weiterhin in ihrer bisherigen Form, die Beleuchtung dimmt warm und kontrolliert, und die zentralisierte Treibertechnik erleichtert den langfristigen Betrieb.

Damit bleibt das charakteristische Erscheinungsbild des Kuppelsaals erhalten, während Energieeffizienz, Wartungsfreundlichkeit, Steuerbarkeit und Betriebssicherheit auf eine neue technische Grundlage gestellt wurden.