Lichtdesigner Austin Zangi realisierte auf der nordamerikanischen „Zenith Tour“ von Bleed From Within und Sylosis zwei eigenständige Lichtshows innerhalb derselben Produktionsumgebung. Gesteuert wurden die Shows über eine ChamSys MagicQ MQ250M in Kombination mit GeNetix GN10 Nodes und einem GeNetix GS8 Switch.
Zwei Bands, ein gemeinsames Setup
Die 27 Termine umfassende „Zenith Tour“ führte Bleed From Within und Sylosis durch Nordamerika. Zangi betreute dabei nicht nur das Lichtdesign für Bleed From Within, sondern auch die Show der Hauptvorgruppe Sylosis. Zusätzlich übernahm er die Funktion des Tourmanagers.
Trotz gemeinsam genutzter Ausstattung und Produktionsumgebung sollten beide Bands visuell klar unterscheidbar bleiben. Für Bleed From Within entwickelte Zangi atmosphärische Looks mit weiten Lichtbildern, Silhouetten und dynamischen Bewegungen. Für Sylosis setzte er auf eine dunklere und aggressivere Ästhetik mit schnelleren Übergängen und schärferen Bewegungen.
Austin Zangi: „Das Wichtigste für mich war, sicherzustellen, dass jede Band ihre eigene visuelle Identität hatte, obwohl sie sich dieselbe Ausrüstung und Produktionsumgebung teilten. Ich wollte, dass jeder, der den Saal betritt, allein anhand der Beleuchtung sofort spürt, welche Band gerade auf der Bühne steht.“
Timecode und Live-Anpassungen
Zangi nutzte die Timecode-Funktionen seiner ChamSys-Konsole, um die Shows konsistent umzusetzen und gleichzeitig flexibel zu bleiben. Die Plattform half ihm, Cue-Stacks schnell zu erstellen, zu organisieren und bei Proben oder Showtagen anzupassen.
Austin Zangi: „ChamSys machte den Timecode-Prozess wirklich effizient, da die Plattform so flexibel und tourtauglich ist. Einer der größten Vorteile war, dass ich Cue-Stacks schnell erstellen und organisieren konnte, während gleichzeitig alles während der Proben und an den Showtagen leicht zu bearbeiten und anzupassen blieb.
Timeline-Workflow für musikalische Präzision
Der Timeline-Workflow ermöglichte es Zangi, musikalische Akzente präzise zu treffen und dennoch kurzfristig Änderungen vorzunehmen. Gerade bei Metalproduktionen mit schnellen Wechseln, klaren Breaks und komplexen rhythmischen Strukturen spielt die enge Abstimmung zwischen Musik und Licht eine zentrale Rolle.
Austin Zangi: „Außerdem ermöglichte mir der Timeline-Workflow, sehr präzise auf musikalische Momente abzustimmen und dennoch schnell Änderungen aus dem Stegreif vorzunehmen. Eine weitere Funktion, auf die ich mich stark verlassen habe, waren die Group Cues, die die Programmierung und das Patchen der Hausanlagen beschleunigten. Ob in kleineren Clubs oder größeren Veranstaltungsorten – dank der Group-Cues-Funktion ließen sich Positionen, Timing und Anordnungen der Scheinwerfer leicht anpassen, ohne ganze Sequenzen neu erstellen zu müssen. Diese Flexibilität trug maßgeblich dazu bei, beide Shows konsistent zu gestalten.“
Unterschiedliche Venues, kompaktes Tour-Rig
Die Tour begann am 2. April im Palladium in Worcester, Massachusetts, und endete am 7. Mai im Gramercy Theater in New York. Weitere Stationen waren unter anderem das Regent Theatre in Los Angeles und das House of Blues in Chicago.
Zangi entwickelte gemeinsam mit Squeek Lights ein kompaktes Rig, das in möglichst vielen Veranstaltungsorten funktionieren sollte. Dennoch waren während der Tour laufend Anpassungen an unterschiedliche Bühnen, Hausanlagen und Raumgrößen notwendig.
Austin Zangi: „Ich habe gemeinsam mit Squeek Lights ein kompaktes Rig entwickelt, das an den meisten Orten funktionieren würde, aber wir mussten dennoch unterwegs Anpassungen vornehmen. Mein ChamSys-Setup hat einen großen Unterschied gemacht, da es intuitiv und schnell ist. Eine Konsole zu haben, mit der man schnell und sicher arbeiten kann, ist unglaublich wichtig.
Die Workflow-Funktion spielte eine enorme Rolle dabei, dass ich während der gesamten Tour mehrere Aufgaben unter einen Hut bringen konnte. Dank der Effizienz und Zuverlässigkeit der Software musste ich weniger Zeit am Pult verbringen und konnte mich stattdessen mehr auf das Tourmanagement konzentrieren.“
Visuelle Identität für Bleed From Within und Sylosis
Obwohl beide Shows auf derselben technischen Basis liefen, erhielten Bleed From Within und Sylosis jeweils eine eigene visuelle Handschrift. Zangi setzte die Bandmitglieder klar in den Vordergrund und verband dies mit einer dunklen, aggressiven Ästhetik, die zur musikalischen Ausrichtung beider Acts passte.
Austin Zangi: „Mein Ziel bei beiden war es, etwas zu schaffen, das sich kraftvoll und immersiv anfühlt, ohne einfach nur laut zu dröhnen. Ich habe die Bandmitglieder in den Vordergrund gestellt und gleichzeitig eine dunkle und aggressive Ästhetik beibehalten, die zu beiden Bands passte – auf eine Weise, die individuell und einzigartig war.“
ChamSys als Werkzeug für parallele Aufgaben
Die Produktion zeigt, wie sich zwei eigenständige Lichtshows innerhalb einer gemeinsamen Tourumgebung effizient steuern lassen. Timecode, Timeline-Workflow, Group Cues und schnelle Anpassungsmöglichkeiten unterstützten Zangi dabei, Lichtdesign, Programmierung und Tourmanagement parallel umzusetzen.
Für Bleed From Within und Sylosis entstand dadurch ein flexibles Setup, das trotz wechselnder Venues und geteilter Produktionsmittel zwei klar unterscheidbare visuelle Welten ermöglichte.