2Vision vertraut bei Podsiadło-Tour auf Blackmagic

Dawid Podsiadło „Obrotowy Tour“

Für Dawid Podsiadłos „Obrotowy Tour“ hat der polnische Liveproduktionsspezialist 2Vision einen mobilen Multikamera-Workflow mit Blackmagic Design umgesetzt. Die Stadionproduktion mit zentraler 360-Grad-Bühne erforderte mehr als 20 Videoquellen, mehrere parallele Kamera-Mixe sowie umfangreiches Routing und Recording. Zum Einsatz kamen unter anderem bis zu zwölf URSA Broadcast G2 Kameras, ein ATEM 4 M/E Constellation 4K und eine Videohub 120×120 12G Kreuzschiene.

Die von East Eventz beauftragte Tour gastierte in Chorzów, Posen, Danzig und Warschau. 2Vision verantwortete Bilderfassung, Kamerasteuerung, Liveproduktion, Signalmanagement, Aufzeichnung und die Übergabe der Videosignale an das Multimedia-Team.

Bis zu zwölf URSA Broadcast G2

Je nach Produktion bildeten neun bis zwölf Blackmagic URSA Broadcast G2 das Rückgrat des Kamerasystems. Für die Stadionaufnahmen wurden B4-Objektive mit 107-, 88- und 42-fachem Zoom eingesetzt. Handkameras, PTZ-Systeme, Funkkameras, eine Line-Kamera und Drohnen ergänzten das Setup auf insgesamt mehr als 20 Quellen.

„Für mich ist das Interessanteste an der URSA Broadcast G2, dass sie zwei Welten vereint“, sagt Grzegorz Jakubowski, CEO von 2Vision. „Für eine Stadionproduktion benötigen wir nach wie vor einen klassischen Broadcast-Workflow. B4-Objektive, große Box-Objektive, Servozoom, Fernsteuerung der Kameras und Equipment, mit dem ein erfahrener Broadcast-Kameraoperator sofort loslegen kann. Visuell ging es hier aber um ein Konzert, nicht um ein Fußballspiel.“

Eine besondere Herausforderung waren die schnellen Wechsel zwischen nahezu vollständiger Dunkelheit und intensiven LED-, Strobe- und Publikumslicht-Situationen. Dabei mussten Hauttöne und Highlights zwischen den verschiedenen Kameras konsistent bleiben.

Mehrere Mixe mit ATEM 4 M/E

Die Live-Regie basierte auf einem ATEM 4 M/E Constellation 4K mit einem ATEM 2 M/E Advanced Panel 20. Die Multi-M/E-Architektur ermöglichte es 2Vision, mehrere unterschiedliche Kamera-Mixe gleichzeitig zu erzeugen.

Neben dem Haupt-PGM erhielt das Multimedia-Team drei unabhängige AUX-Feeds. Weitere Signale wurden für Produktions-, Künstler- und Verwaltungsmonitoring, technische Anwendungen, Aufzeichnungen und einzelne Kamerateams ausgegeben.

Die Kamera-Mixe entstanden im Ü-Wagen. Ein separates Multimedia-Team übernahm Wiedergabe, Screen-Mapping und die endgültige Komposition für die LED-Flächen der Stadionproduktion. Confidence-Signale wurden anschließend zurück in den Truck geführt.

Dawid Podsiadło „Obrotowy Tour“

Videohub als zentrale Routing-Ebene

Eine Blackmagic Videohub 120×120 12G Kreuzschiene übernahm das zentrale Signalrouting im Ü-Wagen. Damit konnte 2Vision während der Proben oder beim Wechsel zwischen den Stadien Quellen und Ziele neu zuweisen, ohne die Infrastruktur physisch umpatchen zu müssen.

„Bei den Proben ändert sich ständig etwas“, erklärt Jakubowski. „Plötzlich braucht jemand eine weiter angelegte Einstellung statt des PGM-Bilds, ein Rekorder eine andere Quelle, eine Spezialkamera erscheint an einem anderen Eingang oder ein Return muss auf einen anderen Monitor geschickt werden.“

Videohub Smart Control Panels dienten zur Bedienung der Signalverteilung. Für das Monitoring wurde separate Multiview-Hardware eingesetzt.

Die Glasfaserinfrastruktur musste an die unterschiedlichen Bedingungen der vier Stadien angepasst werden. Zum Einsatz kamen SMPTE-Glasfaser sowie Studio- und Kameraadapter für die URSA Broadcast G2. Separate FOH- und Bühnen-Multicores, Backup-Wege und Reservefasern ergänzten die Infrastruktur. Einzelne Kabelstrecken erreichten mehrere hundert Meter.

Rund 20 separate Feeds aufgezeichnet

Parallel zur Liveproduktion zeichnete 2Vision rund 20 separate Signale auf. Dazu gehörten Blackmagic RAW Aufzeichnungen der Hauptkameras in 4K, ISO-Aufzeichnungen von PTZ-Kameras und Drohnen sowie PGM- und weitere Feeds.

Zwei HyperDeck Studio 4K Pro und ein HyperDeck Studio HD wurden unter anderem für PGM, Clean-Feeds, Safety-Recordings und Wiedergabe eingesetzt.

Darüber hinaus integrierte 2Vision sein eigenes TallyManager-System in den ATEM Workflow. Die Tally-Informationen wurden für die verschiedenen Ausspielwege an die Kameraoperateure weitergegeben. Das war insbesondere deshalb relevant, weil eine Kamera auch dann auf einer der LED-Flächen ausgespielt werden konnte, wenn ihr Signal gerade nicht Bestandteil des Haupt-PGM war.

„Die zentrale Blackmagic Infrastruktur fürs Mischen und Routing gab uns die für die Tour benötigte Flexibilität“, sagt Jakubowski. Die Erfahrungen aus der Stadionproduktion sollen auch in die Planung des nächsten UHD-Ü-Wagens von 2Vision einfließen.