Yamaha erweitert sein digitales Mischpult-Ökosystem mit neuen Firmware-Versionen für die Serien DM3 und DM7. Im Mittelpunkt stehen die engere Verzahnung der neuen DM5-Serie mit DM7, die Integration der neuen Utility-I/O-Einheiten der R-Serie sowie zusätzliche Dante-Geräte von Audio-Technica, DirectOut, STAGETEC und Shure. Gleichzeitig erhält die DM7-Serie mit Firmware V2.0 zahlreiche neue Funktionen für Bedienung, Patching und Mixing.
Die einzelnen Updates verfolgen dabei eine gemeinsame Richtung: DM3, DM5 und DM7 werden stärker in eine gemeinsame Infrastruktur aus Konsolen, I/O-Systemen, Dante-Netzwerken und Software eingebunden. Besonders eng wachsen DM5 und DM7 zusammen. Beide Plattformen teilen künftig Showdaten und Software-Werkzeuge und können in unterschiedlich dimensionierten Produktionen innerhalb eines gemeinsamen Workflows eingesetzt werden.
Yamaha DM5 und DM5 CompactDM5 und DM7 wachsen zu einer Plattform zusammen
Mit Firmware V2.0 unterstützt die DM7-Serie die neuen digitalen Mischpulte DM5 und DM5 Compact. Beide Produktfamilien basieren auf einer vergleichbaren Bedienphilosophie und können nun kompatible Konsolendateien gemeinsam verwenden.
Damit lassen sich Showdaten zwischen unterschiedlich großen Systemen übertragen. Eine Produktion kann beispielsweise auf einem umfangreichen DM7-EX-System vorbereitet oder durchgeführt und anschließend auf ein kompakteres DM5-Setup übertragen werden, soweit die jeweiligen Systemressourcen und Daten kompatibel sind.
Parallel vereinheitlicht Yamaha die zugehörige Software. DM7 StageMix wird zu DM StageMix und unterstützt damit DM7 und DM5 innerhalb derselben Anwendung. Neu hinzu kommt DM Editor als gemeinsame Bearbeitungsumgebung für beide Konsolenfamilien.
Damit rücken DM5 und DM7 nicht nur hinsichtlich der Bedienung, sondern auch bei Showvorbereitung und Remote-Steuerung enger zusammen.
Yamaha DM3Neue R-Series-I/O für DM3, DM5 und DM7
Eine weitere Verbindung zwischen den verschiedenen Konsolenfamilien entsteht durch Yamahas neue Utility-I/O-Einheiten RUio1608SB-D, RUio0804-D und RUio16FLX-D.
Die DM7-Firmware V2.0 unterstützt alle drei Modelle. Zusätzlich werden die Yamaha Signalprozessoren DME5 und DME3 sowie der NEXO DME10 eingebunden.
Für die kompaktere DM3-Serie veröffentlicht Yamaha parallel Firmware V3.1. Damit werden RUio1608SB-D und RUio0804-D unterstützt. Außerdem integriert Yamaha die bestehenden Ri8 und Ro8 in die Dante-Auto-Setup-Funktion der DM3.
Dante Auto Setup übernimmt die Dante-Konfiguration und das Patching kompatibler Yamaha I/O-Geräte automatisch. Dadurch soll insbesondere bei mobilen Produktionen der Aufbau von Dante-Systemen beschleunigt werden.
Auch RUio16FLX-D wird stärker mit DM3 verzahnt. Sind dessen Eingänge mit dem Mischpult verbunden, lässt sich die Fernsteuerung der Vorverstärker über die DM3 vornehmen.
Damit können die neuen I/O-Komponenten je nach Systemgröße in unterschiedlichen Konfigurationen eingesetzt werden, von kompakten mobilen Setups bis zu umfangreicheren Live-, Broadcast- und Installationssystemen.
DM7 V2.0 erweitert den Bedien-Workflow
Neben der Systemintegration bringt Firmware V2.0 eine Reihe von Änderungen direkt an der DM7-Bedienoberfläche.
Die benutzerdefinierten Drehregler erhalten einen neuen Dynamic Mode. Die Belegung der Regler passt sich dabei automatisch an den aktuell ausgewählten Bearbeitungsbereich an. Wird beispielsweise der EQ aufgerufen, werden entsprechende EQ-Parameter zugewiesen. Beim Wechsel zu Dynamics übernehmen die Regler die zugehörigen Dynamikparameter.
Auch der Selected Channel View wurde erweitert. Im neuen Channel-Modus stehen häufig verwendete Parameter des ausgewählten Kanals über den Parameter-Steuerbereich und die Bildschirm-Encoder zur Verfügung. Alternativ lässt sich der Module-Modus wählen, der das Verhalten früherer Firmware-Versionen nachbildet.
Für die Home-Taste kann ebenfalls festgelegt werden, wie sie sich verhalten soll. Sie kann den Selected Channel View oder den Overview Screen aufrufen beziehungsweise zwischen beiden Ansichten wechseln.
Neues FX Rack und Channel Move
Yamaha hat zudem die Benutzeroberfläche des FX Racks überarbeitet. Effektparameter sollen dadurch schneller erreichbar und übersichtlicher dargestellt werden.
Für die Vorbereitung von Shows kommt die neue Channel-Move-Funktion hinzu. Damit können Kanäle innerhalb bestehender Konsolendaten neu angeordnet werden.
Das CH-JOB-Menü erhält außerdem die Option „With Sends“. Beim Kopieren von Ausgangskanälen kann damit festgelegt werden, ob die mit den Zielbussen verbundenen Send-Parameter ebenfalls übernommen werden. Routing- und Mix-Beziehungen lassen sich dadurch beim Aufbau oder Umbau einer Show erhalten.
Auch Sends on Fader wurde angepasst. Ist Pan/Bal als Encoder-Modus gewählt, übernehmen die Bildschirm-Encoder beim Wechsel in Sends on Fader automatisch Pan beziehungsweise Balance des ausgewählten Send-Busses.
Patching mit „Take From Channel“
Für Änderungen an der Ein- und Ausgangsstruktur führt Yamaha die Funktion „Take From Channel“ ein. Damit lassen sich Input-Patches ändern, während bestehende Einstellungen der Vorverstärker erhalten bleiben.
Das kann insbesondere bei größeren Dante-Systemen relevant sein, wenn während Aufbau oder Produktion Quellen neu zugeordnet werden müssen, die bereits vorgenommenen HA-Einstellungen aber bestehen bleiben sollen.
Auch die Darstellung von Dante-Verbindungen wurde erweitert. Die Patch-Tasten zeigen jetzt Dante-Port-ID und Port-Bezeichnung an. Dadurch sollen Netzwerkquellen und -ziele innerhalb größerer Dante-Infrastrukturen schneller identifiziert werden können.
Comp Assist unterstützt bei der Dynamikbearbeitung
Mit Comp Assist ergänzt Yamaha zudem seine Mixing-Hilfsfunktionen. Das Werkzeug analysiert den Signalpegel und schlägt darauf basierend Kompressoreinstellungen vor. Diese dienen als Ausgangspunkt für die weitere Bearbeitung durch den Anwender.
Fader Assist wurde ebenfalls weiterentwickelt. Die Funktion soll die Gesamtpegel eines Mixes optimieren und dabei Pegeländerungen bei der Anwendung des Assistenten reduzieren.
„Wir freuen uns sehr, die DM7-Firmware V2.0 anzukündigen, die die DM7-Serie durch die Unterstützung unserer neuen digitalen Mischpulte der DM5-Serie und zahlreiche Verbesserungen des Arbeitsablaufs noch leistungsfähiger macht“, sagt Motome Tanaka, Senior General Manager der Professional Solutions Division bei Yamaha.
Yamaha öffnet das Ökosystem weiter
Parallel zur stärkeren Verzahnung der eigenen Hardware erweitert Yamaha die Integration von Dante-Geräten anderer Hersteller. Mit DM7 V2.0 und den entsprechenden Funktionen der DM5-Serie kommen Produkte von Audio-Technica, DirectOut und STAGETEC hinzu. Auch die Shure Empfänger SLXD4+ und SLXD4D+ werden unterstützt.
Von Audio-Technica wird der ATW-DR3240DAN integriert. Der vierkanalige Dante-Empfänger gehört zum digitalen D50 Funksystem. Audio- und HF-Informationen können dadurch stärker in die Bedienung über die Yamaha Konsolen eingebunden werden.
Bei DirectOut betrifft die Erweiterung DANTE.IO und DANTE.IO DNA. Die Interfaces verbinden Dante mit den DirectOut Plattformen PRODIGY und MAVEN und können damit Bestandteil größerer vernetzter Produktionssysteme werden.
„Mit der Integration unserer PRODIGY-Serie in die DM7- und DM5-Serien von Yamaha erfüllen wir einen lang gehegten Wunsch unserer Kunden“, erklärt Claudio Becker-Foss, CTO von DirectOut. „Die direkte Steuerung der DirectOut-Mikrofonvorverstärker über die Bedienoberflächen der DM7- und DM5-Serien ist daher eine naheliegende Ergänzung.“
STAGETEC NEXUS trifft auf Yamaha DM
Auch STAGETEC wird stärker in das Yamaha Ecosystem eingebunden. Unterstützt werden die XDIP-Netzwerkkarte und NEXUS Compact.
XDIP verbindet Dante- und NEXUS-Audionetzwerke miteinander. NEXUS Compact ist als Multifunktions-Audio-Interface für Broadcast-, Recording- und Live-Anwendungen ausgelegt.
„Tontechniker stehen vor immer komplexeren Aufgaben. Unser Ziel bei STAGETEC ist es, ihnen dafür nicht nur die klanglich besten Lösungen zur Verfügung zu stellen, sondern sie auch mit den intuitivsten Arbeitsabläufen zu unterstützen, damit sie sich voll und ganz auf das Erreichen ihrer Produktionsziele konzentrieren können“, sagt Wolfgang Salzbrenner, CEO von STAGETEC.
Mit der erweiterten Drittanbieter-Unterstützung können Funktionen wie Monitoring und Steuerung kompatibler Geräte stärker direkt in die Bedienoberflächen von DM5 und DM7 integriert werden. Das reduziert den Wechsel zwischen unterschiedlichen Software- und Steuerungsumgebungen innerhalb einer Produktion.
STAGETEC NEXUS compactVom kompakten DM3 bis zum DM7-System
Die parallel veröffentlichten Firmware-Updates zeigen damit eine stärkere Vereinheitlichung von Yamahas digitaler Mischpult-Infrastruktur. DM3 erhält mit Firmware V3.1 zusätzliche R-Series-I/O- und Dante-Funktionen. DM5 und DM7 werden über gemeinsame Showdaten und Software enger miteinander verbunden. Gleichzeitig erweitert Yamaha die Auswahl kompatibler I/O-, Processing-, Wireless- und Netzwerkkomponenten.
„Bei Yamaha setzen wir uns dafür ein, ein Ökosystem aufzubauen, das es Anwendern ermöglicht, nahtlos mit den Geräten zu arbeiten, auf die sie sich täglich verlassen“, erklärt Tanaka.
Mit den neuen Firmware-Versionen liegt der Schwerpunkt damit weniger auf einzelnen neuen Funktionen als auf dem Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten: Konsolen unterschiedlicher Größen, R-Series-I/O, DME-Prozessoren, Dante-Netzwerke und Systeme anderer Hersteller sollen sich innerhalb einer zunehmend gemeinsamen Bedien- und Produktionsumgebung einsetzen lassen.