Ton:Media beschallt das RÜ Oktoberfest mit dBTechnologies

RÜ Oktoberfest in Essen

Für das RÜ Oktoberfest 2026 hat der Mülheimer Dienstleister Ton:Media ein Beschallungssystem aus sieben Lautsprechertypen von dBTechnologies installiert. Ein VIO-System, ergänzt durch Säulenlautsprecher der IG-Serie, lieferte im Festzelt den Live- und DJ-Sound für bis zu 4.000 Gäste. Die 13. Ausgabe des Festes fand in einem 80 m langen und 30 m breiten Zelt mit 2.400 m² auf dem Gelände des Flughafens Essen/Mülheim statt. Die besondere Herausforderung waren strenge Pegelauflagen zum Schutz der Anwohner.

Druckvoller Sound unter Auflagen

Das Flughafengelände liegt erhöht, und meist weht dort kräftiger Wind. In den vergangenen Jahren fühlten sich deshalb Anwohner nach 22 Uhr von der Musik gestört. Für 2026 gab es eine Genehmigung bis Mitternacht, allerdings mit engen Auflagen. Ein Sachverständiger maß an jedem Veranstaltungstag dreimal an fünf festgelegten Orten, dokumentierte die Werte und ließ die Pegel je nach Windlage anpassen.

Der Veranstalter BRT Event wollte im Zelt dagegen druckvollen Live- und Discosound auf der gesamten Fläche. Gleichzeitig sollten sich die Gäste am Tisch noch unterhalten können. Das Programm reichte von Live-Acts wie Teddy Schmacht und den Original Rüttenscheidern bis zu DJ-Sets von DJ Picco B. und Wiesn Beats x DJ Fishi.

Sven Morsbach, Geschäftsführender Gesellschafter von BRT Event, beschreibt den Spagat: „Bisher erfüllt die Anlage im Hauptzelt unsere Ansprüche in vollem Umfang. Und diese sind mit Blick auf unsere allabendlichen Messungen durch einen unabhängigen Sachverständigen ein wenig anspruchsvoller als einfach nur: Der Bass muss dröhnen. Wir müssen jeden Abend den Balanceakt zwischen einer guten Performance für unsere Gäste und der Einhaltung der vorgeschriebenen Messwerte hinbekommen. Gerade das partielle Gegensteuern mit der Anlage funktioniert bisher sehr gut.“

Auch beim Publikum sieht Sven Morsbach eine Verbesserung: „Die Stimmung bei unseren Gästen war gut und gleichzeitig halten wir die vorgegebenen Werte ein. In den Vorjahren gab es immer wieder Rückmeldungen aus dem Publikum, dass man die Band teilweise nicht gut genug hört. Das haben wir in diesem Jahr bisher noch gar nicht gehabt.“

Bühne in der Zeltmitte

Die Bühne stand in der Mitte des Zelts und beschallte es in einem Radius von 360 Grad. Akustisch war das Zelt bereits vorbereitet: Der Zelthimmel war vollständig mit Molton und Stoff bespannt. Die tragfähige Struktur bot zudem genügend Hängepunkte für Lasten und Lautsprecher.

Paul Otto, Geschäftsführer von Ton:Media und verantwortlich für das Projekt, zieht Bilanz: „Der im Vorfeld investierte Aufwand in Planung und Simulation hat sich voll ausgezahlt. Die immerhin sieben unterschiedlichen Lautsprechertypen bieten eine perfekte Kombination an den jeweiligen Beschallungspositionen. Es macht Spaß, die letzten Jahre auf die VIO-Serie zu setzen, diese bringt immer neue und moderne Modelle hervor.“

Das System im Detail

Vier Hangs mit je vier VIO L208 beschallten links und rechts der Bühne die beiden Längsachsen des Zelts. Im Nahfeld arbeitete pro Seite je ein VIO X206. Die zwölf VIO S118R Subwoofer standen in vier Dreiergruppen mit derselben Abstrahlrichtung wie die Line Arrays. Das mittlere Element jeder Gruppe war gedreht. So entstand eine Cardioid-Charakteristik, die den Tieftonanteil hinter den Gruppen reduziert.

Mit zunehmendem Abstand zur Bühne übernahmen gestaffelte Delaylines. Die erste bestand aus 2 × 2 VIO X310, dahinter folgte eine zweite Linie mit 4 × 2 IG2. Weitere sechs IG2 versorgten die Logen an der Längsseite, vier IG3 das angeschlossene Terrassenzelt.

Keine Wedges auf der Bühne

Auf der Bühne verzichtete Ton:Media komplett auf Wedges. Vier VIO X12 hingen als Sidefills an Bügeln neben der Bühne, das übrige Monitoring lief über In-Ear. Die Musiker waren mit dem Bühnensound zufrieden und schätzten die freie Bühnenfläche.

Simulation in EASE Focus, Steuerung über AURORA Net

Vorab simulierte Christian Strehl, Sales Application Engineer Install bei dBTechnologies, das System in EASE Focus. Vor Ort maß Daniel Wierczeiko die Anlage mit Smaart V8 ein. Alle RDNet-fähigen Komponenten waren direkt ins Netzwerk eingebunden. Die IG-Säulen wurden über zwei AD26-Prozessoren per RDNet angesteuert. Überwacht und gesteuert wurde das gesamte System mit AURORA Net. Zwischen den Veranstaltungstagen passte das Team nur noch die Lautstärken an, die Abstimmung selbst blieb unverändert.