Teatr Syrena setzt auf L-ISA von L-Acoustics

Teatr Syrena in Warschau (Foto: © Krzysztof Sklodowski)

Das Warschauer Teatr Syrena hat sein bestehendes L-Acoustics-Soundsystem zu einer vollständigen L-ISA-Immersive-Audio-Installation ausgebaut. Die Modernisierung wurde 2025 umgesetzt und basiert weitgehend auf der bereits vorhandenen Infrastruktur des Hauses. Damit erhielt das auf Musiktheater spezialisierte Theater ein immersives Audiosystem, ohne die bestehende Anlage grundlegend zu ersetzen.

Das Teatr Syrena gehört seit fast 80 Jahren zum polnischen Kulturleben. Gegründet in den ersten Nachkriegsjahren in Łódź, zog das Haus 1948 nach Warschau um und etablierte sich dort als feste Größe im Musiktheater. Mit der technischen Aufrüstung verfolgt das Theater seinen Qualitätsanspruch nun auch im Audiobereich konsequent weiter.

Bestehendes System als Basis für das Upgrade

Ausgangspunkt der Modernisierung war ein L-Acoustics-System, das bereits 2016 von Audio Plus installiert worden war. Damals bestand die Anlage aus vier ARCS II Arrays im Front-of-House, vier 5XT Front-Fills, sechs X8 für den Surround-Bereich, vier SB18i Subwoofern, zwei X12 als Side-Fills sowie zwei aktiven 108P Monitoren in der Tonregie. Die Verstärkung übernahmen drei LA4X und ein LA8.

Diese Anlage blieb auch beim Umbau die Grundlage. Die Vorgabe lautete, die technische Leistungsfähigkeit des Theaters auf das höchstmögliche Niveau zu erweitern und gleichzeitig alle vorhandenen Komponenten weiter aktiv zu nutzen.

Immersive Audio für das Musiktheater

Für ein Haus mit Schwerpunkt Musiktheater bietet ein L-ISA-System vor allem bei der räumlichen Abbildung große Vorteile. Objektbasiertes Mixing ermöglicht es, Stimmen, Instrumente und Effekte wesentlich präziser im Raum zu positionieren, als es mit klassischen Stereo-Setups möglich ist. Dadurch entsteht ein Klangeindruck, der sich stärker an der tatsächlichen Bühnensituation orientiert.

Hinzu kommt ein akustischer Vorteil im Zuschauerraum. Durch die höhere Anzahl an Front-Arrays lässt sich die Schallenergie gleichmäßiger verteilen. Das verbessert die Hörbarkeit und kann gleichzeitig dazu beitragen, die Gesamtlautstärke zu reduzieren, ohne dass Wirkung oder Präsenz verloren gehen.

Jakub Kowalik, Technik- und Vertriebsmitarbeiter bei Audio Plus, erklärt: „Das objektbasierte Mixing von L-ISA ermöglicht es, Instrumente und Darsteller auf der Bühne mit weitaus größerer Präzision zu positionieren, was zu einem realistischeren und räumlich genaueren Erlebnis führt. Gleichzeitig ermöglicht die erhöhte Anzahl an Front-Arrays eine Reduzierung der Gesamtlautstärke ohne Einbußen bei der Wirkung, was ein angenehmes Hörerlebnis schafft.“

Teatr Syrena in Warschau (Foto: © Krzysztof Sklodowski)

Von ARCS II zu A10i im Scene-System

Für die L-ISA-Konfiguration waren mindestens fünf Front-of-House-Arrays erforderlich. Das bisherige System mit vier ARCS II wurde deshalb durch ein neues Scene-System mit fünf Arrays ersetzt. Audio Plus setzte dabei auf fünf Kombinationen aus A10i Focus und A10i Wide.

Der A10i ist als Nachfolger des ARCS für solche Anwendungen ausgelegt. Besonders wichtig war im Teatr Syrena die PanFlex-Technologie, mit der sich die horizontale Abstrahlung anpassen lässt. Im vergleichsweise kompakten Zuschauerraum half das dabei, die Arrays präzise auszurichten und unerwünschte Reflexionen an den Seitenflächen zu begrenzen.

Eine zusätzliche technische Herausforderung war der vorhandene LA8-Verstärker, der älter ist als das Milan-AVB-Protokoll neuerer L-Acoustics-Komponenten. Statt ihn auszutauschen, wurde er neu konfiguriert und übernimmt nun die Ansteuerung der vier SB18i-Subwoofer über ein digitales AES/EBU-Signal vom L-ISA Processor II. Ergänzt wurde das System lediglich um einen LA4X, einen LA2Xi sowie einen LS10-Netzwerk-Switch.

Łukasz Kaźmierczak, Leiter Projekte und Installation bei Audio Plus, sagt: „Ein wichtiges Merkmal der L-Acoustics-Hardware ist, dass sie so konzipiert ist, dass sie mitwächst. Durch die Nutzung der bestehenden Infrastruktur konnten wir die technischen Möglichkeiten des Theaters mit relativ geringem zusätzlichem Aufwand erheblich erweitern. Das war weitaus kostengünstiger als der Austausch des gesamten Systems.“

Bestehende Komponenten bleiben weiter im Einsatz

Bemerkenswert an dem Projekt ist, dass kein einziges Element der Installation von 2016 außer Betrieb genommen wurde. Die vier ARCS-Einheiten erhielten neue Aufgaben. Zwei arbeiten jetzt als Monitore im hinteren Bühnenbereich, zwei weitere als Side-Fills.

Auch die Front-Fill-Reihe wurde erweitert. Statt vier 5XT kommen nun fünf Einheiten zum Einsatz, damit auch die vorderen Reihen den immersiven Eindruck vollständig erleben können. Die sechs X8-Surround-Lautsprecher blieben an ihren bisherigen Positionen. Die beiden X12, zuvor als Side-Fills genutzt, wurden zu Bühnen-Wedge-Monitoren umfunktioniert. Die 108P-Monitore in der Tonkabine bleiben ebenfalls Bestandteil des Systems. Alle drei ursprünglichen LA4X sowie der neu konfigurierte LA8 arbeiten weiterhin in der Anlage.

Umsetzung in weniger als einer Woche

Die komplette Installation wurde in weniger als einer Woche abgeschlossen. Um das laufende Programm des Theaters möglichst wenig zu beeinträchtigen, bereitete Audio Plus die benötigten Komponenten bereits vorab in der eigenen Projekt- und Montagehalle in Łomianki vor. Vor Ort übernahm Tomasz Schnitzer die Installation und Systemintegration. Die abschließende Feinabstimmung sowie die Schulung des Theaterpersonals lagen bei Jerzy Kubiak, L-Acoustics-Schulungsleiter.

Mit dem neuen Setup verfügt das Teatr Syrena nun über ein immersives Audiosystem, das im gesamten Zuschauerraum eine deutlich differenziertere und räumlich präzisere Wiedergabe ermöglicht. Gleichzeitig zeigt das Projekt, wie sich eine bestehende professionelle Installation mit überschaubarem zusätzlichem Aufwand technisch deutlich weiterentwickeln lässt.

Kowalik fasst zusammen: „Wenn man sich für L-Acoustics entscheidet, schafft man eine solide Grundlage. Zehn Jahre später funktioniert jedes einzelne Gerät, das wir im Syrena installiert haben, noch immer – und ist nun Teil einer der besten immersiven Audioinstallationen des Landes. So sieht ein echtes professionelles Soundsystem aus.“