Staatstheater Darmstadt setzt auf Lawo Audio over IP

Staatstheater Darmstadt (Foto © Staatstheater Darmstadt/Jonas Weber)

Das Staatstheater Darmstadt hat im Zuge einer Sanierung seine Beschallungs und Produktionsumgebung auf eine IP basierte Audio Infrastruktur umgestellt. Für Kleines Haus, Großes Haus und Tonstudio kommt ein Setup von Lawo (lawo.com) zum Einsatz, die Systemintegration übernahm digitech.  

IP Infrastruktur für Kleines Haus, Großes Haus und Tonstudio

Die aktuelle Modernisierung im Schauspielhaus ergänzt ein Gesamtprojekt, in dem bereits 2023 das Große Haus und 2024 das Tonstudio mit Audio over IP Technik ausgestattet wurden. Ziel ist ein einheitlicher Betrieb über vernetzte Workflows hinweg, inklusive Übertragungen zwischen Spielstätten und Produktionsbereichen.  

Konsolen, Engine und Stageboxen im Kleinen Haus

Im Kleinen Haus arbeiten zwei mc²56 MkIII Produktionsmischpulte mit je 16 Fadern, ergänzt um zwei 16 Fader Extendereinheiten. Als DSP Engine ist ein A__UHD Core eingesetzt, im Projekt ist er für 768 DSP Kanäle lizenziert. Mehrere A__stage Stageboxen und A__mic8 binden Bühne, Orchestergraben und Produktionsbereiche an. Die zentrale Verwaltung erfolgt über HOME.  

Die Infrastruktur basiert auf RAVENNA und AES67 Audio over IP und ist auf Multi User Workflows, Redundanz, Flexibilität und Interoperabilität ausgelegt.  

Bedienkonzept und 3D Abhörpraxis im Betrieb

Sebastian Franke, Leiter der Tonabteilung, begründet die Auswahl der Konsole mit Blick auf Leistungsumfang und Bedienflexibilität: „Die Aufgabenstellung der neuen Audioinfrastruktur wurde am besten vom Lawo mc²56 MkIII System erfüllt, da es nicht nur die Leistungsfähigkeit und das Feature-Set für zukünftige große Produktionen besitzt, sondern auch durch Modularität der Bedienoberfläche flexibel einsetzbar ist“

Für den Alltag beschreibt Franke die Kombination aus FOH Platz, Tonregie und flexibel platzierbaren Extendereinheiten als praktischen Ansatz für Proben und 3D Beurteilung.

Sebastian Franke weiter: „Wir haben jetzt im Schauspielhaus ein mc²56 Mischpult mit 16 Fadern am FOH-Platz und ein baugleiches Pult in der Tonregie, sowie zwei 16-Fader-Extendereinheiten, die wir je nach Bedarf an verschiedenen Orten platzieren können. Die stellen wir einfach mitten in den Saal, weil nur dort hören wir 3D. An unserem FOH-Regieplatz hören wir die Deckenlautsprecher nicht – bei Proben gehen wir deshalb gerne direkt in den Saal.“  

Sebastian Franke, Leiter der Tonabteilung, am Lawo mc²56 (Foto © Staatstheater Darmstadt/Sebastian Franke)

Tools, Monitoring und Redundanz in der Systemintegration

Zur Integration gehören Waves SoundGrid, die Lawo Virtual Sound Card VSC für Apple Geräte, RTW TM7 Loudness Messung sowie die browserbasierte VisTool Oberfläche.  

14 Stageboxen der A__stage Familie genannt, darunter zwei A__mic8 mit ST2022 7 Class C sichern die Redundanz für eine ausfallsichere Anbindung.  

Premiere als erster Live Test im Kleinen Haus

Als ersten Live Test nennt das Theater die Premiere der Märchenproduktion Tom Sawyer im Kleinen Haus.

Sebastian Franke berichtet: „Wir haben die meiste Zeit mit der Konsole und dem 16-Fader-Extender in der letzten Reihe gearbeitet, mit einem Monitor für den Zuspieler daneben. Es hat hervorragend funktioniert“  

Skalierbarkeit als Leitidee für künftige Produktionen

Sebastian Franke fasst zusammen: „Wir haben jetzt eine hochgradig vernetzte, skalierbare Infrastruktur, die es uns ermöglicht, auch komplexe Produktionen effizient und zuverlässig umzusetzen – von der Probe bis zur Premiere.“