dBTechnologies realisiert unsichtbares VIO-Konzept für Live-TV-Show

Studioproduktion im Coloneum in Köln

Die Beschallung einer live übertragenen TV-Castingshow stellt hohe Anforderungen an Systemdesign und Audiotechnik. Für eine Studioproduktion im Coloneum in Köln entwickelten dBTechnologies und die MMC Studios gemeinsam ein vollständig geflogenes Beschallungskonzept auf Basis der VIO-Serie. Das Ziel: gleichmäßiger Klang für rund 1.300 Studiogäste, hohe Rückkopplungssicherheit und eine Technik, die im Kamerabild unsichtbar bleibt.

Beschallung für Publikum und TV-Produktion

Das Studio im Coloneum verfügt über 1.315 Zuschauerplätze. Während der Produktion kamen eine Live-Band, Headset- und Handmikrofone sowie dauerhaft geöffnete Jury-Mikrofone gleichzeitig zum Einsatz.

Zusätzlich galt die Vorgabe, sämtliche Lautsprecher aus dem Kamerabild herauszuhalten. Weder Subwoofer noch Monitorlautsprecher durften auf dem Boden platziert werden.

Jochen Gotzen, Technical Director bei dBTechnologies: „Bei einer TV-Produktion arbeiten wir mit mehreren Restriktionen gleichzeitig – Sichtlinien, Schattenwurf, die Trennung von Sendeton und Saalbeschallung und vor allem ein hohes Gain before Feedback bei permanent offenen Mikrofonen.“

Studioproduktion im Coloneum in Köln

Durchgängiges VIO-System

Die technische Umsetzung erfolgte federführend durch Atlive. Für das Projekt wurden verschiedene Systeme aus dem dBTechnologies VIO Rental Network kombiniert.

Zum Einsatz kamen:

Die Systemplanung übernahmen Martin Antulov und Marius Dimke von den MMC Studios mithilfe von EASE Focus. Bereits in der Simulation wurden Abdeckung, Pegelverteilung und Frequenzgang aufeinander abgestimmt.

Martin Antulov und Marius Dimke, MMC Studios: „Unser Ziel war es, jedem Besucher, unabhängig von seinem Platz, ein gleichbleibend hochwertiges Klangerlebnis zu bieten. Dank der sorgfältigen Systemplanung und der Möglichkeiten von EASE Focus konnten wir die Beschallung bereits vor dem Aufbau präzise auf die Gegebenheiten abstimmen.“

Einheitlicher Klangcharakter

Ein wesentlicher Vorteil der VIO-Serie lag für das Projekt in der klanglichen Homogenität über unterschiedliche Lautsprechertypen hinweg.

Jens Szczygieleski, Atlive: „Der durchgängig identische akustische Charakter der VIO-Serie war hier der entscheidende Vorteil: Wir konnten verschiedene Systemtypen frei kombinieren, ohne klangliche Brüche zu erzeugen, und haben das gesamte Setup konsequent geflogen, um den Boden frei zu halten und die Technik aus dem Kamerabild zu nehmen.“

Studioproduktion im Coloneum in Köln

Geflogenes Cardioid-Subwoofer-Konzept

Besondere Aufmerksamkeit galt dem Tieftonbereich. Da keine Subwoofer auf dem Boden installiert werden konnten, entstand ein zentrales geflogenes Subwoofer-Cluster aus acht VIO S118.

Die Subwoofer wurden bogenförmig angeordnet und je nach Position symmetrisch beziehungsweise asymmetrisch konfiguriert, um die Bassenergie gezielt auf den Publikumsbereich zu konzentrieren.

Jochen Gotzen: „Der Sub ist bei uns die Null. Wir haben das geflogene Sub-Cluster als akustische Nulllinie definiert und alle übrigen Systeme zeitlich und phasenrichtig darauf abgestimmt. Mit dem passenden Crossover liegt damit das gesamte System in Phase. Das Ergebnis ist eine spürbar verbesserte Ortung und ein deutlich höheres Gain before Feedback.“

Netzwerkbasierte Steuerung

Alle Lautsprecher wurden über Aurora Net in ein redundantes A2Net-Netzwerk eingebunden.

Da sämtliche VIO-Systeme aktiv arbeiten und über eigene DSPs verfügen, war keine zusätzliche externe Prozessor- oder Matrixebene erforderlich. Delayzeiten, Frequenzgänge und Monitoring konnten zentral verwaltet werden.

Jens Szczygieleski: „Alle Lautsprecher hängen am Netzwerk, jeder hat seinen eigenen DSP, und die Phasenlage innerhalb der VIO-Familie ist identisch. Dadurch werden die Übergänge zwischen Hauptsystem, Parkett, Delays und Outfills sehr sauber – für die Studiogäste entsteht der Eindruck einer einzigen, geschlossenen Schallquelle.“

Sicherheit für Live-TV

Auch aus Sicht der FOH-Techniker überzeugte das System im Live-Betrieb.

Martin Antulov und Marius Dimke: „Als FOH-Ingenieure schätzen wir an diesem System vor allem die Kombination aus Kontrolle und Konsistenz. Besonders bei einer Live-TV-Show, bei der es keine zweite Chance gibt, gibt uns das die Sicherheit, dass das System exakt so arbeitet wie geplant.“

Das Projekt zeigt, wie sich auch unter den besonderen Anforderungen einer Live-TV-Produktion eine leistungsfähige und homogene Beschallung realisieren lässt. Grundlage dafür waren eine detaillierte Simulation, eine konsequente Systemplanung sowie die vollständig integrierte VIO-Plattform von dBTechnologies.