Mit t.inspi präsentiert Thomann Audio Professionell ein neues Inspizientensystem für Theater, Opern und Schauspielhäuser. Die Lösung verbindet die Bedienlogik klassischer Inspizientenpulte mit moderner Netzwerktechnik, Touchbedienung und der Steuerungssoftware UNIVERSE. Damit richtet sich das System an Häuser, die bestehende Arbeitsweisen beibehalten und zugleich digitale Infrastrukturen stärker in den Bühnenbetrieb integrieren wollen.
Im Zentrum steht eine softwarebasierte Steuerzentrale, die klassische Bedienabläufe digital nachbildet und zugleich offen für unterschiedliche Hardware, Protokolle und Netzwerkumgebungen ausgelegt ist. Ziel ist eine flexible Plattform für Stage Management und Inspizienz, die sich an die Infrastruktur und die Prozesse des jeweiligen Hauses anpassen lässt.
Klassische Bedienlogik in digitaler Architektur
t.inspi kombiniert einen großformatigen Touchscreen mit frei konfigurierbarer Benutzeroberfläche und physischen Tastern sowie Reglern. Dadurch soll die vertraute haptische Bedienung erhalten bleiben, während Steuerungsfunktionen softwareseitig abgebildet und erweitert werden.
Georg Biberger, stellvertretender Abteilungsleiter bei Thomann Audio Professionell: „Wir wollten die bewährte Bedienphilosophie eines Inspizientenpults erhalten – technisch jedoch komplett neu denken.“
Kern des Systems ist ein frei konfigurierbares Touchscreen-Konzept, das über standardisierte Schnittstellen mit Ein und Ausgabehardware verschiedener Hersteller kommuniziert. Die Benutzeroberfläche lässt sich an konkrete Anwendungen und Abläufe anpassen. Ergänzend kommen frei programmierbare Hardware Controller zum Einsatz, über die sich Tastenlayouts, Funktionszuweisungen und Befehlsstrukturen individuell konfigurieren lassen.
UNIVERSE als zentrale Steuerungsinstanz
Die Steuerungssoftware UNIVERSE übernimmt die anlagenspezifische Parametrierung und integriert bestehende Subsysteme in die Gesamtarchitektur. Thomann hatte UNIVERSE Anfang 2025 übernommen und nutzt die Plattform nun als zentrales Element des neuen Inspizientensystems.
Über standardisierte NMOS, I/O und MQTT Schnittstellen lassen sich Lichtzeichen, Rufgruppen und Videosignale systemintern schalten. Die Anbindung kann dabei über klassische I/O Controller, IP basierte HTML Templates, DMX oder sACN erfolgen. Damit ist das System für unterschiedliche technische Umgebungen in Bühnenhäusern ausgelegt.
Video Routing und mobile Nutzung
Für Videoanwendungen unterstützt die Plattform SMPTE 2110 und SDVoE Streams nativ. Das soll eine latenzarme und stabile Signalverteilung innerhalb IP basierter Infrastrukturen ermöglichen. Offene Schnittstellen sollen darüber hinaus die zentrale Steuerung von Hardware unterschiedlicher Hersteller erleichtern.
Benutzeroberflächen können personalisiert und gespeichert werden, sodass einzelne Inspizienten mit ihrer eigenen Arbeitsumgebung arbeiten können. Der Zugriff ist plattformunabhängig über Laptop, Tablet oder Smartphone möglich. Durch drahtlose Netzwerkanbindung kann das System auch mobil eingesetzt werden, etwa im Zuschauerraum oder im Probebetrieb.
Georg Biberger: „Die Arbeit von Inspizientinnen und Inspizienten basiert auf klar etablierten und bewährten Abläufen. Uns war wichtig, diese vertraute Arbeitsweise zu erhalten und sie gleichzeitig um die Möglichkeiten moderner digitaler Technologien zu erweitern.“
Erste Praxistests an Theatern und Hochschulen
Nach rund neun Monaten Entwicklungszeit befindet sich t.inspi bereits in ersten Praxistests. Zu den ersten Praxistest-Standorten gehören die Hochschule für Musik in Würzburg und das Staatstheater Saarbrücken. Als weiterer Einsatzort ist das Schauspiel Köln vorgesehen.
Mit seiner modularen Netzwerkarchitektur sowie der Kombination aus UNIVERSE, Touchbedienung und Hardware Controllern positioniert sich t.inspi als Lösung für unterschiedliche Betriebsgrößen, vom kleineren Schauspielhaus bis zum großen Opern oder Theaterbetrieb.