Nameless Festival: Europapremiere für L-Acoustics DJ

Nameless Festival 2026 in Lecco

Beim Nameless Festival 2026 in Lecco war erstmals in Europa eine Festivalbühne mit L-Acoustics DJ ausgestattet, dem räumlichen DJ-Soundsystem von L-Acoustics. Zugleich wurden zum ersten Mal in der Geschichte des Festivals alle Bühnen mit L-Acoustics beschallt. Die Systeme der K-Serie lieferte der zertifizierte L-Acoustics-Anbieter Milano Show Rent. Vom 30. Mai bis 1. Juni 2026 kamen 90.000 Besucher zu mehr als 100 Künstlern, darunter die Headliner Calvin Harris, John Summit und FISHER.

Zurück an den Anfang

Das Nameless Festival begann 2013 als Party einer Gruppe von Freunden auf einer einzigen Bühne im Sportzentrum Bione in Lecco. Nach drei Ortswechseln kehrte es 2026 an genau diesen Ort zurück, inzwischen als eines der großen Festivals für elektronische Musik in Italien.

Eine Marke auf allen Bühnen

Die Vorgabe, alle Bühnen bis hin zur kleinsten mit L-Acoustics auszustatten, kam von Produktionsleiter Angelo Loizzi. Da das Festival eigene FOH- und Systemtechniker stellt, stammte die Spezifikation von denen, die die Anlagen später auch bedienten.

Angelo Loizzi, Produktionsleiter bei Nameless, begründet die Entscheidung: „Wir wollten auf jeder einzelnen Bühne L-Acoustics haben, weil unsere Künstler und Techniker L-Acoustics bevorzugen. Wir sehen L-Acoustics durchweg als erste Wahl in den technischen Rider-Listen. Tourtechniker sind damit vertraut und schätzen es wegen der tiefen Frequenzen, die es für elektronische Musik liefert.“

Umgesetzt wurde das von zwei Partnern. Milano Show Rent stellte die Systeme und das Personal für alle Bühnen. Nico Berna von Black Box, ebenfalls L-Acoustics-Partner, entwarf als Technik- und Lichtdesigner gemeinsam mit Jacopo Naso von Nameless Production das Bühnen- und Beschallungsdesign. Beide Firmen hatten mit dem Nameless-Team schon früher im Jahr bei kleineren Festivals zusammengearbeitet.

Amaury Froiio, Projektleiter und Inhaber von Milano Show Rent, über die Ausweitung der Zusammenarbeit: „Bei Nameless 2026 haben wir unsere Partnerschaft mit dem Team ausgebaut, und wir haben uns sehr gefreut, die komplette AVL-Produktion für alle fünf Bühnen vollständig in Eigenregie zu übernehmen.“

Red Bull Energy Zone als runde Tanzfläche

Die Red Bull Energy Zone mit den Headlinern Defected, Glitterbox und CRUNCH war keine klassische Bühne mit Frontausrichtung, sondern eine von allen Seiten begehbare Tanzfläche.

Für Angelo Loizzi ergab sich daraus die Entscheidung für ein räumliches System: „Unser Publikum kommt wegen House- und Clubmusik, und diese Musik ist so konzipiert, dass man sie aus jeder Richtung spürt. Als wir beschlossen hatten, dass die Red Bull Energy Zone rund sein sollte, machte ein Stereosystem dafür keinen Sinn mehr.“

Tanzfläche und Ringtraverse mit 16 Metern Durchmesser entwarf das Produktionsteam selbst. Auf Basis von Bernas Bühnenentwurf entwickelten Milano Show Rent und L-Acoustics-Tontechniker Rafael Pereira das Audiolayout. Sechs Türme trugen Ton und Licht und umschlossen die Tanzfläche, sodass der Klang nicht aus einer Richtung kam.

Amaury Froiio beschreibt die Aufgabe: „Die Tanzfläche und der Ring waren bereits geplant, als wir hinzukamen. Unsere Aufgabe zusammen mit Rafael bestand darin, diese Form so klingen zu lassen, wie sie aussah. Das ist der Raum, in den wir L-Acoustics DJ integriert haben.“

So funktioniert L-Acoustics DJ

L-Acoustics DJ kombiniert Lautsprecher, Elektronik und Software von L-Acoustics mit einer Bedienoberfläche, die sich am DJ-Pult per iPad oder über den L-Acoustics DJ Controller steuern lässt. Kern ist eine latenzarme Technologie auf Basis von maschinellem Lernen, die Stereomusik live in mehrere einzelne Spuren zerlegt. Diese laufen in eine räumliche Mix-Engine, in der sich Beats, Basslines, Melodien und Gesang im Raum platzieren und bewegen lassen. Das System lässt sich in digitale wie analoge DJ-Setups einbinden, ohne vorhandene Technik zu ändern. Künstler können den räumlichen Mix selbst steuern oder mit einem eigenen Raumklang-Toningenieur arbeiten.

80 Prozent der DJs nutzten das System

Für Amaury Froiio war der Einstieg für die DJs unkompliziert: „L-Acoustics DJ hat eine sehr niedrige Einstiegshürde. Selbst DJs, die mit der Technologie nicht vertraut sind, können in kürzester Zeit geschult werden. Und wir haben uns gefreut, dass eine überwältigende Mehrheit, rund 80 %, das System von ganzem Herzen angenommen hat.“

Ähnliche Reaktionen beobachtete Jacopo Naso auf der Tanzfläche: „Als ich mich hinterher mit den Leuten unterhielt, mit dem Publikum und den Künstlern, sprachen alle über dieses Erlebnis.“

Bekanntes Gelände, größerer Aufbau

Obwohl das Gelände bekannt war, musste es für die neue Größenordnung neu vermessen werden. Eine Gebäudereihe direkt hinter der Hauptbühne sollte möglichst wenig Schall abbekommen. Deshalb verlängerten Subwoofer in Kardioid-Konfiguration das Line-Array und bündelten den Schall auf das Publikum. Da es auf dem Hauptgelände keinen Platz für Delay-Türme gab, musste die Hauptbühne die gesamte Tiefe der Publikumsfläche abdecken. Beim „Nameless Tent“ lag das Problem umgekehrt: Es stand der Hauptbühne gegenüber, sodass der Schallabfall in beide Richtungen kontrolliert werden musste, und die Zeltkonstruktion trug keine schweren geflogenen Systeme.

Das Tonteam teilte sich einen zehntägigen Aufbau mit dem Aufbaupartner Stageco. Alle Systeme wurden in zwei Tagen installiert und in einer einzigen Nacht wieder abgebaut. Grundlage war Soundvision. Bernas Team lieferte Vektorzeichnungen und SketchUp-Modelle an Systemingenieur Luigi Vargiolo, der daraus die Soundvision-Dateien erstellte. Sie dienten dem gesamten Tonteam und den Tontechnikern der Künstler als gemeinsame Referenz.

Nico Berna erklärt, warum das den Zeitplan möglich machte: „Wir hatten dieses Jahr acht Mitarbeiter im Tonteam, und jeder einzelne von ihnen ist ein versierter Soundvision-Anwender. Wir geben die Datei weiter, treffen uns kurz vor dem Aufbau, und jeder kann seinen eigenen Teil des Projekts einsehen. Das beschleunigt den Auf- und Abbau, und hier setzen wir an, wenn wir vor Ort Feinabstimmungen hinsichtlich Wind und Wetter vornehmen.“

Die Systeme der einzelnen Bühnen

Jede Bühne wurde nach Fläche, Tragfähigkeit und Programm ausgelegt. Auf der Hauptbühne, der „Ploom Stage“, hingen pro Seite zwölf K1 und zwei K2 unter sechs K1-SB, die die Linie für eine bessere Kontrolle der tiefen Frequenzen verlängerten. Vor der Bühne standen 48 KS28 in Kardioid-Konfiguration.

Die „Live“-Bühne war mit vier K1-SB-Arrays mit jeweils zwölf K2 pro Seite und 16 KS28 im Groundstack ausgestattet. In der „Garnier Fructis Arena“ für Rap, Urban und Pop kamen zehn K2 pro Seite und 16 KS28 in Kardioid-Konfiguration zum Einsatz.

Die Red Bull Energy Zone arbeitete mit Kara II und A15 in sieben Arrays des L-Acoustics-DJ-Setups auf dem 16-Meter-Ring, ergänzt durch acht KS28. Die Heineken-Bühne, eine offene Plattform, auf der Besucher Slots an den DJ-Pulten buchen konnten, erhielt ein kleineres Rig aus Kara II und A15. Für das Monitoring auf allen Bühnen sorgten Kara II und SB18, angetrieben wurde das gesamte Gelände von LA12X-Verstärker-Controllern.

Angelo Loizzi zieht ein Fazit: „L-Acoustics DJ hat uns eine Bühne beschert, die sonst niemand in Italien hat, und da zum ersten Mal alle Bühnen mit demselben System betrieben wurden, mussten sich unsere Künstler und unser Team keine Gedanken mehr über den Sound machen. All das hat dazu beigetragen, dass Nameless 2026 zu einem unserer bisher erfolgreichsten Festivals wurde.“