ROBE SVOPATT prägt Retro-Look der Bleachers-Tour

Sänger Jack Antonoff und die ROBE SVOPATT (Foto: © Rob DeMartin)

Die US-Rockband Bleachers ist 2026 mit ihrem fünften Studioalbum „Everyone for Ten Minutes“ auf Tour. Für die visuelle Gestaltung der Show setzt Licht- und Visual-Designer Tobias Rylander auf einen bewusst analogen Retro-Look. Eine zentrale Rolle übernehmen dabei 30 ROBE SVOPATT, die klassische Lichtästhetik mit Pixelsteuerung, Farbmischung und hoher Lichtleistung verbinden.

Frontmann Jack Antonoff wünschte sich für die Tour ein eigenständiges Erscheinungsbild, das sich deutlich von klassischen Rockproduktionen unterscheidet. Rylander entwickelte dafür eine Bühnenwelt, die er als malerisch und an ein analoges Musikstudio erinnernd beschreibt.

Neben mehreren maßgeschneiderten Wolfram-Scheinwerfern bilden die 30 SVOPATT den Kern des Lichtdesigns. Geliefert wurde das Equipment von Volt Lites aus Burbank, Kalifornien, mit Matt Shimamoto als Ansprechpartner für das Projekt.

„Volt ist einer meiner Lieblingsanbieter“, sagt Rylander. „Sie waren auf dieser Tour wie immer brillant und haben dafür gesorgt, dass alles so lief, wie wir es uns gewünscht hatten.“

Vom klassischen Svoboda zum SVOPATT

In seinen ursprünglichen Entwurfszeichnungen hatte Rylander klassische Svoboda-Scheinwerfer vorgesehen. Da bereits zahlreiche Dimmerkanäle für andere Elemente des Lichtdesigns benötigt wurden, brachte Shimamoto den ROBE SVOPATT als Alternative ins Spiel.

Die Kombination aus großflächigem Erscheinungsbild, Farbmischung und unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten überzeugte Rylander.

„Ich wollte sie sofort haben! Es war so ein toller Scheinwerfer mit all den Farbmischmöglichkeiten und dem Potenzial für viele verschiedene Layouts und Effekte“, sagt Rylander. „Er kann als Strobe, als Wash oder als Lichtvorhang eingesetzt werden, genau das, was ich wollte.“

Auch Antonoff und die Band waren von dem Konzept überzeugt. Für Rylander ist es bereits das zweite Lichtdesign für Bleachers. Elemente der Tour von 2022 wurden weiterentwickelt und mit neuen gestalterischen Ansätzen kombiniert.

30 SVOPATT auf drei Traversen

Die 30 SVOPATT sind auf drei Traversen über der Bühne verteilt, jeweils zehn Geräte pro Traverse. Um die gewünschte Anmutung klassischer Svoboda-Leuchten zu erzeugen, entwickelte Rylander eine spezielle Anordnung.

Die Fixtures wurden abwechselnd in unterschiedlicher Orientierung montiert, sodass die einzelnen SVOPATT-Module bei der Ansteuerung lineare Reihen bilden. Praktisch jedes zweite Gerät hängt dabei kopfüber. Auf diese Weise lassen sich sowohl großflächige Lichtvorhänge als auch Silhouetten und grafische Pixelmuster erzeugen.

„Als das erst einmal geschafft war, war es fantastisch. Wir haben sie im Vollpixelmodus betrieben, und das Pixel-Mapping wurde dadurch viel einfacher“, erklärt Rylander. „Diese riesige Leuchtfläche sah wunderschön aus, besonders bei videohaften Effekten, sehr organisch und auffällig mit intensiven Lichtverläufen und Farbmischungseffekten.“

Bleachers „Everyone for Ten Minutes“ Tour (Foto: © Rob DeMartin)

Analoge Ästhetik trifft Pixel-Mapping

Auf klassische Videoflächen verzichtet die Produktion. Stattdessen arbeitet Rylander mit aufgenommenem Material analoger Glühbirnen und weiterer Wolfram-Lichteffekte. Dieses Material wird für Strobe- und kinetische Effekte genutzt und mit den Looks der SVOPATT kombiniert.

Das visuelle Konzept orientiert sich dabei bewusst an der Ästhetik großer Arena-Rock-Shows der 1980er Jahre. Gleichzeitig nutzt die Produktion moderne Steuerungs- und LED-Technik, um diese Bildsprache weiterzuentwickeln.

Antonoff ist eng in die Gestaltung der Show eingebunden und stimmt sich mit Rylander über die visuelle Identität der Produktion ab. Das Ergebnis verbindet eine bewusst reduzierte, analoge Anmutung mit großformatigen Lichtbildern und detailliert programmierten Effekten.

Einzelpixel für atmosphärische Looks

Eine wichtige Rolle bei der Umsetzung spielt Dustin Snyder, Lichtprogrammierer und -techniker der Tour. Für ihn war der Einsatz des SVOPATT ebenfalls neu.

„Das sind großartige Scheinwerfer, sehr cool und etwas ganz anderes“, sagt Snyder.

Rylander nutzt unter anderem reduzierte Einzelpixel-Effekte, bei denen einzelne Pixel oder kleine Pixelzonen gezielt aktiviert werden. Gleichzeitig können die SVOPATT als großflächige Hintergrundbeleuchtung eingesetzt werden.

Snyder beschreibt den daraus entstehenden Eindruck als weiches, analog wirkendes atmosphärisches Licht, das an klassische 120-Volt-PAR-Rigs erinnert, jedoch mit den Möglichkeiten moderner LED-Technik kombiniert wird.

„Der Zoom ermöglicht einige sehr interessante und abwechslungsreiche Looks, und sie sind SUPER hell!“, sagt Snyder.

Auch im Touring-Alltag hätten sich die Geräte nach seinen Angaben als robust erwiesen.

Die „Everyone for Ten Minutes“-Tour wird nach weiteren Shows in den USA in Australien fortgesetzt. Anschließend stehen im Spätherbst Termine in Großbritannien und Europa auf dem Tourplan.