MP Veranstaltungstechnik wechselt komplett zu L-Acoustics

Martin Borgmann, Arne Tischoff und Klaus Göckener

MP Veranstaltungstechnik aus Dülmen hat seinen Audiobereich vollständig neu aufgestellt und in ein umfangreiches L-Acoustics-System investiert. Statt den bestehenden Bestand schrittweise zu ergänzen, entschied sich der Full-Service-Dienstleister für einen kompletten Systemwechsel. Zum neuen Bestand gehören K2 und Kara II Line Sources, verschiedene Subwoofer, A15-Systeme sowie LA12X Amplified Controller in LA-RAK. Geliefert wurde das System über Groh Distribution aus Buchholz in der Nordheide.

Das Unternehmen mit 18 Mitarbeitenden realisiert Veranstaltungen vom Stadtfest über Corporate Events und Messebau bis zu mehrtägigen Festivals mit internationalen Künstlern. Dazu gehört unter anderem das Sunset Beach Festival in Haltern. Bei größeren Produktionen hatte MP in den vergangenen zwei Jahren bereits regelmäßig L-Acoustics-Systeme zugemietet.

„Wir hatten in der Vergangenheit auch einen namhaften Lautsprecher-Hersteller, aber wir kamen an unsere Grenzen“, sagt Klaus Göckener, Geschäftsführer von MP Veranstaltungstechnik. „Da haben wir uns Anfang des Jahres im Team zusammengesetzt und überlegt: Was machen wir, welchen Schritt gehen wir? Daraufhin haben wir uns dazu entschieden, in Ton zu investieren, eine größere Summe und einen kompletten Produktwechsel.“

Entscheidung für einen kompletten Systemwechsel

In der engeren Auswahl standen schließlich zwei Hersteller. Die Entscheidung fiel auf L-Acoustics.

„Wir haben uns dann für L-Acoustics entschieden und sind mit dieser Entscheidung sehr gut zufrieden“, so Göckener. „Wir bereuen da nichts.“

Die Investition umfasst L-Acoustics K2 und Kara II sowie KS28-, SB18– und KS21-Subwoofer. Hinzu kommen A15 Focus und A15 Wide sowie LA12X Amplified Controller in LA-RAK.

Damit deckt MP einen großen Teil seiner unterschiedlichen Produktionsgrößen und Anwendungen mit dem neuen Systembestand ab. Das Kerngeschäft bleibt dabei die technische Umsetzung eigener Veranstaltungen. Nach Angaben des Unternehmens werden rund 90 bis 95 Prozent der eigenen Produktionen mit eigenem Equipment realisiert. Dryhire bildet ein zusätzliches Geschäftsfeld.

Vom Liefer-Lkw direkt zur ersten Produktion

Wie dringend der neue Bestand benötigt wurde, zeigte sich unmittelbar nach der Auslieferung. Noch bevor die vorgesehenen Cases fertiggestellt waren, ging ein Teil des Systems bereits in die erste Produktion.

„Wir bedienen im Münsterland das größte Zeltfestival, da ist ein Teil des Equipments direkt hingefahren“, erinnert sich Göckener.

Noch deutlicher beschreibt Martin Borgmann, Technische Leitung Audiotechnik bei MP Veranstaltungstechnik, den engen Zeitplan: „Freitags ist der LKW hier vorgefahren, und wir haben die Paletten gar nicht ausgepackt, wir haben sie von dem einen LKW direkt auf den anderen umgeladen. Dienstag die Woche darauf haben wir es aufgebaut.“

Auch über die Social-Media-Kanäle des Unternehmens wurde die Investition schnell sichtbar. Bilder der angelieferten Paletten sorgten nach Angaben von MP für zusätzliche Anfragen aus dem Rental-Markt.

„Man merkt relativ schnell, dass Materialanfragen kamen, auch von Firmen, die weiter weg sind und mit denen wir vorher gar keine Berührungspunkte hatten“, berichtet Borgmann. „Das macht relativ schnell eine große positive Runde.“

Zusammenarbeit mit Groh Distribution

Geliefert wurde das neue System von Groh Distribution. Direkte Geschäftsbeziehungen zwischen den Unternehmen hatte es zuvor nicht gegeben. MP hatte im Vorfeld mehrere Hersteller beziehungsweise Anbieter angefragt und sich bewusst Zeit für die Entscheidung genommen.

Neben dem Angebot spielte laut Göckener auch die Art der Zusammenarbeit eine Rolle. „Bei anderen Herstellern fragt man etwas an, und eine Woche später kommt schon der erste Anruf: Soll das jetzt was werden?“, sagt er. „Wir haben von vornherein signalisiert, dass wir eine Preisabfrage machen, und haben uns nicht unter Druck gesetzt gefühlt, sondern hatten genügend Zeit, uns das zu überlegen.“

Aus der ersten Preisabfrage entwickelten sich weitere Angebotsrunden und schließlich der Auftrag.

Die Zusammenarbeit musste sich bereits bei der Auslieferung in der Praxis bewähren. Ein kleiner Servicefall wurde nach Angaben von MP kurzfristig gelöst. Ersatzmaterial wurde geliefert und das betroffene Gerät abgeholt.

„Super schnell, unkompliziert, so wie man sich das als Anwender wünscht. Wir haben das in der Vergangenheit auch schon anders erlebt“, sagt Göckener.

Borgmann fasst den Ablauf zusammen: „Drei E-Mails schreiben, zwei Fotos schicken und das Problem ist gelöst.“

„MP ist ein Betrieb, der über Jahrzehnte konsequent aus eigener Kraft gewachsen ist und dabei jeden Schritt sauber vorbereitet hat“, so Arne Tischoff, Sales Manager bei Groh Distribution. „Genau so ist auch dieser Systemwechsel abgelaufen: ohne Zeitdruck, mit klaren Anforderungen und mit Blick auf den eigenen Veranstaltungskalender. Dass das Material innerhalb weniger Tage auf der ersten Produktion stand, sagt alles über den Bedarf.“

Weiterer Ausbau bereits absehbar

Der Systemwechsel ist für MP voraussichtlich nicht das Ende der Investitionen in den Audiobereich. Bei Produktionsspitzen mietet das Unternehmen weiterhin zusätzliches Material an. Ein weiterer Ausbau des eigenen L-Acoustics-Bestands ist deshalb bereits absehbar.

Das bisher eingesetzte Lautsprechersystem wurde nicht in Zahlung gegeben, sondern wird von MP selbst vermarktet.

Göckener sieht die aktuelle Investition zugleich als Teil einer längerfristigen Entwicklung des Unternehmens. Die Pandemie habe MP stark getroffen, gleichzeitig aber Veränderungen angestoßen.

„Wir haben eine bessere Marktakzeptanz bekommen, weil wir in ganz vielen Bereichen unterstützend tätig waren, etwa mit Streaming-Angeboten. Auch die Preis- und Personalpolitik in der Veranstaltungsbranche hat sich gewandelt, zum Positiven“, sagt Göckener.

MP sucht weitere Freelancer

Mit dem technischen Ausbau wächst auch der Bedarf an qualifiziertem Personal. Die Grundauslastung deckt MP mit der eigenen Mannschaft ab, während in Hochphasen zusätzlich Freelancer eingesetzt werden.

„Da sind wir offen für neue Freelancerinnen und Freelancer, die Bock haben, mit L-Acoustics zu arbeiten“, sagt Göckener.

Auch die eigene Ausbildung spielt dabei eine wichtige Rolle. MP bildet nach eigenen Angaben seit 2009 jährlich aus. Sieben der heute fest angestellten Fachkräfte haben ihre Ausbildung bereits im Unternehmen absolviert.

Mit dem vollständigen Systemwechsel stellt MP Veranstaltungstechnik seinen Audiobereich damit nicht nur technisch neu auf. Die Investition erweitert zugleich die Möglichkeiten im eigenen Produktionsgeschäft und schafft einen Bestand, der auch für den überregionalen Rental-Markt interessant ist.