Auf der IBC2026 präsentiert Lawo aktuelle Entwicklungen für softwarebasierte und IP-native Produktionsinfrastrukturen. Am Stand 8.B90 stehen Erweiterungen des HOME-Ökosystems, neue HOME Apps für Grafik-Workflows, die Europapremiere von Edge One sowie neue Software-Releases für die mc² Mischpultfamilie und Power Core im Mittelpunkt. Eine Live-Demonstration zeigt zudem Lawos Ansatz für Dynamic Media Facilities.
HOME und Dynamic Media Facility
Eine zentrale Rolle im Messeauftritt übernimmt HOME, Lawos Management- und Orchestrierungsplattform für IP-basierte Medieninfrastrukturen. HOME übernimmt unter anderem Geräteerkennung, Authentifizierung, Sicherheitsfunktionen und die zentrale Steuerung innerhalb moderner Produktionsumgebungen.
In Kombination mit den HOME Apps, einem Portfolio serverbasierter Processing-Microservices, können Processing-Ressourcen flexibel bereitgestellt und skaliert werden. Damit lassen sich Funktionen dort einsetzen, wo sie für eine Produktion benötigt werden, ohne sie dauerhaft an dedizierte Hardware binden zu müssen.
Auf der IBC demonstriert Lawo diesen Ansatz anhand einer Dynamic Media Facility. Processing-Ressourcen können dabei dynamisch zwischen Studios, zentralen Produktionsstandorten, Remote-Produktionsumgebungen und hybriden Infrastrukturen verteilt werden. Entsprechende softwarebasierte Lösungen kommen bereits bei Fernsehübertragungen internationaler Sportveranstaltungen zum Einsatz.
Darüber hinaus thematisiert Lawo die Technologiekooperation mit Grass Valley. Untersucht wird die Integration von Orchestrierung und Steuerung sowie der Austausch von Mediendaten zwischen Grass Valley AMPP und Lawo HOME. Beide Plattformen verfolgen einen offenen Systemansatz und orientieren sich an den Zielen der EBU-Initiative Dynamic Media Facility.
Neue HOME Apps für Grafik-Workflows
Mit zwei neuen HOME Apps erweitert Lawo sein Ökosystem um Funktionen für Grafikverarbeitung. Die Anwendungen richten sich an Broadcaster, Live-Produktionen und Betreiber moderner Medieninfrastrukturen und ergänzen die bisherigen Processing- und Orchestrierungsfunktionen um Branding, Grafik-Compositing und Echtzeitgrafiken für Live-Übertragungen.
Die Grafikverarbeitung kann innerhalb von HOME gemeinsam mit Video-, Audio-, Monitoring-, Multiviewing-, Konvertierungs- und Transcoding-Diensten bereitgestellt und verwaltet werden. Dadurch lassen sich auch grafikintensive Produktionsabläufe innerhalb einer gemeinsamen Infrastruktur abbilden.
Edge One feiert Europapremiere
Mit Edge One zeigt Lawo auf der IBC2026 erstmals in Europa seine neue Plattform für Audio- und Video-Konnektivität im Broadcast- und Pro-AV-Bereich. Das System kombiniert Video-, Audio-, Netzwerk- und Processing-Funktionen und soll damit Gerätebedarf, Verkabelungsaufwand und Setup-Komplexität reduzieren.
Edge One vereint bidirektionale SDI-Schnittstellen, HDMI, MADI, USB-C-Audio, GPIO und Synchronisationsschnittstellen sowie vom Anwender austauschbare Audio-I/O-Module. Dadurch lässt sich die Plattform für unterschiedliche Einsatzbereiche konfigurieren, darunter Studios, Venues, Remote-Produktionen, Flypacks und Kommentatorenumgebungen.
Als native SMPTE-ST-2110-Plattform unterstützt Edge One Netzwerkbandbreiten bis 25 Gbit/s. Gleichzeitig kann das System als Standalone-Lösung unter anderem für Audio-Embedding und -De-Embedding, Shuffling sowie Signaltransport eingesetzt werden.
Über Lawo FLEX wird Edge One in den Varianten Audio, Video sowie Audio + Video angeboten. Weitere Funktionen können bedarfsgerecht lizenziert werden. Dazu zählen JPEG-XS-Encoding und -Decoding, Frame-Synchronisation, Kommentatorenfunktionen, MADI-I/O und mc²-DSP-Processing.
Neue Funktionen für mc² Produktionskonsolen
Für die mc² Mischpultfamilie präsentiert Lawo auf der IBC2026 das Software Release 12.4. Zu den Neuerungen gehört ein Real-Time Analyzer für Signalanalyse und visuelles Feedback. Zoom-Modul-Pop-ups sollen die Touch-Bedienung verbessern.
Hinzu kommen die erweiterte Steuerung von Input-Stages anderer Hersteller über ein neues HOME-Datenmodell, der Abruf externer Kanal-Presets über Ember+, samplegenaue Delay-Anpassungen und eine API-Key-basierte Authentifizierung für die MCX-HOME-Verbindung.
Auf der Messe gibt Lawo außerdem einen ersten Ausblick auf mc² Release 12.6. Vorgesehen ist unter anderem eine dynamische Zuordnung von Bedienoberflächen zu Steuerungssystemen über HOME. Darüber hinaus soll mxGUI über die HOME mc² Control System App browserbasiert betrieben werden können. Eine überarbeitete Darstellung der AUX-Bus-Zuweisungen soll zusätzliches visuelles Feedback liefern.
Power Core erhält neue Funktionen
Auch Power Core wird mit neuen Softwarefunktionen gezeigt. Die aktuelle Version unterstützt den Lawo OnAir Designer und führt einen neuen Fünfband-Equalizer ein. Dieser besteht aus vier vollparametrischen Bändern und einem zusätzlichen Filterband.
Die Funktionen stehen sowohl auf Power Core als auch innerhalb der HOME Power Core App zur Verfügung und erweitern die Möglichkeiten der Signalbearbeitung für Radio- und Broadcast-Anwendungen.
Ergänzend präsentiert Lawo sein Portfolio IP-nativer Audiolösungen. Dazu gehören neben der mc² Mischpultfamilie und Power Core auch die A__UHD Audio Engines und A__stage Stageboxen. Die Systeme werden über HOME integriert und sind für unterschiedliche Produktionsgrößen von kompakten Setups bis zu umfangreichen Broadcast-, Sport-, Entertainment- und Performing-Arts-Produktionen ausgelegt.
Softwarebasierte Produktion im Mittelpunkt
Mit der Dynamic-Media-Facility-Demonstration, neuen Grafikfunktionen für HOME, Edge One und den Weiterentwicklungen für mc² und Power Core rückt Lawo auf der IBC2026 vor allem die flexible Nutzung von Infrastrukturressourcen in den Mittelpunkt.
Der Messeauftritt zeigt dabei eine Entwicklung weg von fest an bestimmte Produktionsplätze gebundenen Processing-Ressourcen hin zu einer Infrastruktur, in der Funktionen bedarfsgerecht bereitgestellt und zwischen unterschiedlichen Produktionsumgebungen verteilt werden können.